Oracle hat in den vergangenen Monaten eine drastische Korrektur durchlaufen. Seit September verlor die Aktie über 30 Prozent – und notiert nun rund 195 Dollar. Gleichzeitig meldet der Konzern einen Auftragsbestand von historischem Ausmaß: 523 Milliarden Dollar, getrieben vor allem durch eine Partnerschaft mit OpenAI. Analysten sehen darin eine extreme Diskrepanz zwischen Kurs und Zukunftspotenzial.
Rekord-Backlog trifft auf Geldverbrennung
Das zentrale Argument der Bullen liegt in den sogenannten Remaining Performance Obligations (RPO). Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 explodierte dieser Wert um 438 Prozent im Jahresvergleich auf besagte 523 Milliarden Dollar. Allein 300 Milliarden davon entfallen auf einen mehrjährigen Infrastruktur-Vertrag mit OpenAI. Oracle positioniert sich damit als Rückgrat für KI-Workloads – und die Cloud-Sparte wuchs entsprechend um 34 Prozent auf 8 Milliarden Dollar Umsatz.
Der Preis dafür ist allerdings schmerzhaft. Um die massiven KI-Verträge zu erfüllen, muss Oracle in Rekordtempo Rechenzentren hochziehen. Die Investitionsausgaben für das laufende Geschäftsjahr wurden auf 50 Milliarden Dollar angehoben. Das Ergebnis: ein negativer Free Cash Flow von minus 10 Milliarden Dollar im jüngsten Quartal. Die Schuldenlast kletterte auf rund 130 Milliarden Dollar.
Analysten bevorzugen Oracle gegenüber Palantir
Trotz der Belastungen bleibt die Wall Street optimistisch. Von 34 Analysten, die Oracle in den vergangenen drei Monaten bewertet haben, vergaben 24 ein „Kaufen“-Rating. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 60 Prozent über dem aktuellen Niveau. Mizuho sieht sogar 400 Dollar als realistisch – mehr als eine Verdopplung.
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Der Vergleich mit anderen KI-Favoriten ist aufschlussreich: Während Palantir bei über 250-fachem Gewinn bewertet wird und Analysten dort zur Vorsicht mahnen, liegt Oracles Forward-KGV zwischen 36 und 45. Für Investoren, die am KI-Boom teilhaben wollen ohne dreistellige Bewertungsmultiples zu zahlen, erscheint Oracle als pragmatischere Wahl.
Konzentration auf einen Großkunden birgt Risiken
Die Strategie ist gleichwohl eine Wette auf Pump. Oracle finanziert den Infrastruktur-Ausbau heute gegen künftige Umsätze – in einem Umfeld steigender Zinsen. Zudem konzentriert sich das Wachstum stark auf OpenAI. Sollte diese Partnerschaft ins Wanken geraten, würde das die gesamte These erschüttern.
Aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei rund 562 Milliarden Dollar, die Dividendenrendite bei einem Prozent. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Oracle die enorme Backlog-Pipeline tatsächlich in Umsatz und schließlich in positiven Cash Flow umwandeln kann.
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