Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 starke Zahlen geliefert — und gleichzeitig deutlich gemacht, wie teuer der Aufbau einer KI-Infrastruktur wirklich ist. Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen, doch das aggressive Investitionsprogramm hinterlässt Spuren in der Bilanz.
Wachstum auf breiter Front
Der Gesamtumsatz stieg im Quartalsvergleich zum Vorjahr um 21,7 Prozent auf 17,19 Milliarden USD — leicht über den Analystenschätzungen von 16,91 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,79 USD ebenfalls über dem Konsens von 1,71 USD.
Treiber war vor allem die Cloud-Infrastruktur. Die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) wuchs um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden USD. Noch beeindruckender: Das KI-Infrastrukturgeschäft legte um 243 Prozent zu, die Multicloud-Datenbanksparte sogar um 531 Prozent.
Besonders auffällig ist der Auftragsbestand. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen summierten sich auf 553 Milliarden USD — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr und etwa das Achtfache des Jahresumsatzes. Allein seit dem letzten Quartalsbericht wurden neue Verträge über 29 Milliarden USD abgeschlossen.
Investitionen belasten den Cashflow
Um diese Nachfrage zu bedienen, setzt Oracle auf massive Investitionen. Für das laufende Geschäftsjahr plant das Unternehmen Kapitalausgaben von 50 Milliarden USD. Zur Finanzierung wurde ein Programm über bis zu 50 Milliarden USD aufgelegt, von dem bereits 30 Milliarden USD gesichert sind.
Das hat seinen Preis: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate war mit minus 24,7 Milliarden USD negativ, obwohl der operative Cashflow mit 23,5 Milliarden USD solide ausfiel. Die Gesamtverschuldung übersteigt mittlerweile 125 Milliarden USD. Hinzu kommen Restrukturierungskosten von rund 500 Millionen USD im Quartal, die mit dem Umbau hin zu KI-zentrierten Abläufen zusammenhängen.
Analysten bleiben optimistisch — mit Abstrichen
Das Analysten-Konsensurteil lautet „Moderate Buy“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 268,06 USD. Barclays und Citi haben ihre Kursziele zuletzt auf 230 beziehungsweise 310 USD gesenkt, halten aber an positiven Ratings fest. Als Begründung nennen beide Häuser den Margendruck durch die hohen Investitionskosten. Den langfristigen Umsatzausblick für das Geschäftsjahr 2027 hob das Management auf 90 Milliarden USD an.
Abseits des Kerngeschäfts erwarb Oracle eine 15-prozentige Beteiligung an TikTok US, inklusive Sitz im Board of Directors. Aktionäre erhalten zudem eine Quartalsdividende von 0,50 USD je Aktie, zahlbar am 24. April 2026.
Die Oracle-Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das die Unsicherheit über den Zeitpunkt widerspiegelt, zu dem die milliardenschweren Investitionen in spürbaren Gewinnzuwachs umschlagen.
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