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Oracle Aktie: Wachstum kostet Milliarden

Oracle verzeichnet starke Umsatzsteigerungen im Cloud-Geschäft, muss dafür aber hohe Investitionen tätigen, die zu Kursverlusten führen. Der Einstieg bei TikTok ist ein Nebenschauplatz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Umsatzanstieg im Cloud-Infrastrukturgeschäft
  • Milliardenschwerer Investitionsplan für Rechenzentren
  • Oracle sichert sich Anteil an TikTok-Joint-Venture
  • Aktienkurs zeigt deutliche Verluste seit Jahresbeginn

Oracle tanzt derzeit auf vielen Hochzeiten gleichzeitig. Neben einem viel beachteten Einstieg bei der Social-Media-Plattform TikTok meldet der Softwarekonzern gigantische Wachstumsraten im Cloud-Geschäft. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich in den massiven Investitionen, die am Markt zunehmend kritisch beäugt werden.

Strategische Züge abseits des Kerngeschäfts

Am Wochenende wurde bekannt, dass sich Oracle einen Anteil von 15 Prozent am neu gegründeten TikTok-Joint-Venture gesichert hat. Gemeinsam mit Partnern wie Silver Lake übernimmt das Unternehmen Führungsaufgaben, um ein US-Verbot der Plattform abzuwenden. Für die Kontrolle der operativen Geschäfte überwies die Investorengruppe 2,5 Milliarden US-Dollar an das US-Finanzministerium. Parallel dazu treibt der Konzern seine KI-Offensive im Gesundheitswesen voran. Ein neuer KI-Assistent soll künftig in US-Notaufnahmen die Dokumentationszeit für Ärzte drastisch reduzieren und Arbeitsabläufe verschlanken.

Rekordzahlen treffen auf Kostensorgen

Trotz dieser prestigeträchtigen Projekte liegt das eigentliche Fundament im Cloud-Geschäft. Hier präsentierte Oracle für das abgelaufene Quartal beeindruckende Eckdaten:

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  • Gesamtumsatz: 17,2 Milliarden US-Dollar (+22 Prozent)
  • Cloud-Infrastruktur: 4,9 Milliarden US-Dollar (+84 Prozent)
  • Auftragsbestand (RPO): 553 Milliarden US-Dollar (+325 Prozent)

Um dieses rasante Wachstum zu stemmen und über 100.000 Grafikprozessoren ans Netz zu bringen, hält das Management an einem gewaltigen Investitionsplan von 50 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2026 fest. Genau diese aggressive Ausgabenpolitik für neue Rechenzentren weckt kurzfristige Cashflow-Bedenken. Verantwortlich für den jüngsten Kursdruck waren vor allem Sorgen über diese hohe Kapitalbindung. Zum Wochenschluss am Freitag gab das Papier leicht auf 135,68 Euro nach. Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf fast 19 Prozent, was die anhaltende Skepsis der Investoren unterstreicht.

Fokus auf Profitabilität

Der Einstieg bei TikTok mag zwar medienwirksam sein, fällt angesichts der enormen Marktkapitalisierung von Oracle finanziell aber kaum ins Gewicht. Die wahre Bewährungsprobe liegt in der Skalierung der Cloud-Sparte. Mit der auf 90 Milliarden US-Dollar angehobenen Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 sendet das Management ein klares Signal der Stärke. Die massiven Vorabzahlungen der Kunden für neue Kapazitäten stützen diesen optimistischen Kurs und sichern die Finanzierung der teuren Infrastruktur ab.

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Diskussion zu Oracle

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.