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Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: Wachstum auf Pump

Oracle verzeichnet starke Cloud- und KI-Umsätze, finanziert den Ausbau jedoch mit milliardenschweren Kapitalmaßnahmen, die Anleger verunsichern und den Aktienkurs drücken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Anstieg der Cloud-Umsätze im Quartal
  • Vertraglich gesicherte Aufträge bei 553 Milliarden Dollar
  • Massive Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar geplant
  • Aktienkurs verliert deutlich an Wert

Oracle hat sich in den vergangenen Monaten konsequent als KI-Infrastrukturkonzern neu erfunden. Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 lieferte starke Zahlen — doch die Frage, wie teuer dieser Umbau wirklich wird, beschäftigt Anleger zunehmend.

Beeindruckende Auftragsbücher, enorme Investitionen

Die Quartalszahlen fielen robust aus: Cloud-Umsätze legten deutlich zu, und die sogenannten Remaining Performance Obligations — also bereits vertraglich gesicherter Zukunftsumsatz — kletterten auf 553 Milliarden US-Dollar. Getrieben wird dieser Auftragsbestand vor allem durch großvolumige KI-Verträge, die Oracles Cloud-Infrastruktur OCI als bevorzugte Umgebung für KI-Training und -Inferenz etablieren.

Das Wachstum hat allerdings seinen Preis. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant Oracle Investitionen von rund 50 Milliarden US-Dollar. Zur Finanzierung kündigte das Unternehmen Anfang 2026 an, zwischen 45 und 50 Milliarden US-Dollar über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen — darunter ein Aktienrückkaufprogramm in umgekehrter Richtung: ein sogenanntes At-the-Market-Programm über bis zu 20 Milliarden US-Dollar, das neue Aktien ausgeben und damit bestehende Anteilseigner verwässern kann.

Strategischer Wandel mit Risiken

Oracle wandelt sich vom klassischen Datenbankspezialisten zum KI-Infrastrukturanbieter. Ergänzt wird diese Positionierung durch den Ausbau von KI-gestützter Code-Generierung, die die Entwicklung eigener SaaS-Anwendungen beschleunigen und margenträchtiger machen soll.

Die Aktie hat dieses Jahr bereits rund 22 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Zeichen dafür, dass der Markt die Finanzierungsrisiken derzeit höher gewichtet als die langfristige Wachstumsstory. Ob der massive Auftragsbestand die Investitionskosten mittelfristig rechtfertigt, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen, wenn Anleger prüfen können, ob die Cloud-Erlöse mit dem Kapitaleinsatz Schritt halten.

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