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Oracle Aktie: Teure Ambitionen

Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur und drohende Sammelklagen belasten die Oracle-Aktie, die zuletzt deutlich an Wert verlor.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Herabstufung durch Morgan Stanley Analysten
  • Milliardeninvestitionen für KI-Rechenzentren
  • Drohende Sammelklagen von Anleihegläubigern
  • TikTok-Deal als strategischer Kostentreiber

Oracle feiert operative Erfolge als Partner von TikTok und OpenAI, doch die Stimmung an der Börse kippt spürbar. Massive Investitionskosten und drohende Rechtsstreitigkeiten haben die Aktie in den letzten Tagen auf Talfahrt geschickt. Während das Management voll auf den Ausbau der KI-Infrastruktur setzt, wachsen an der Wall Street die Zweifel: Wird der enorme Kapitalbedarf zur Belastungsprobe für die Bilanz?

Herabstufung wegen Kostenexplosion

Der technologische Wandel fordert seinen Preis. Am Freitag strichen die Analysten von Morgan Stanley ihre Kaufempfehlung und stuften das Papier auf „Equal-Weight“ herab. Gleichzeitig wurde das Kursziel deutlich gekürzt. Der Grund für die Zurückhaltung liegt nicht in mangelnder Nachfrage, sondern in den Kosten: Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für „GPU-as-a-Service“-Angebote verschlingt Milliarden.

Experten warnen, dass diese kapitalintensiven Ausgaben die Gewinne pro Aktie (EPS) gefährden könnten, selbst wenn die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Diese Skepsis spiegelt sich deutlich im Kurs wider: Auf Wochensicht verlor das Papier über 13 Prozent an Wert und notiert mit 165,90 Euro weit unter dem 52-Wochen-Hoch von gut 280 Euro.

Juristischer Ärger droht

Zusätzlich zur Analystenkritik belasten juristische Nachrichten die Stimmung. Mehrere Anwaltskanzleien haben Untersuchungen eingeleitet und Sammelklagen im Namen von Anleihegläubigern angekündigt. Der Vorwurf wiegt schwer: Oracle soll bei einer Anleiheplatzierung Ende 2025 irreführende Angaben gemacht haben.

Konkret geht es darum, dass das Unternehmen angeblich verschwiegen hat, wie viel zusätzliche Verschuldung tatsächlich notwendig ist, um die Rechenzentren für Großkunden wie OpenAI zu finanzieren. Diese Unsicherheit über die wahren Kosten der Expansion verunsichert Investoren, die bereits sensibel auf die Verschuldungssituation reagieren.

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Der TikTok-Deal als Kostentreiber

Ironischerweise ist einer der größten operativen Erfolge der Woche zugleich ein Treiber der Kostensorgen. Der Deal, der einer Investorengruppe inklusive Oracle die Kontrolle über das US-Geschäft von TikTok sichert, steht kurz vor dem Abschluss. Oracle agiert hier als „Trusted Security Partner“ und verwaltet die US-Nutzerdaten in seiner Cloud.

Strategisch ist dies ein wichtiger Sieg, der Oracle als zentralen Player im KI- und Cloud-Markt etabliert. Doch die Kehrseite ist offensichtlich: Um die Datenmengen von TikTok und die KI-Modelle von OpenAI zu bewältigen, muss Oracle seine Investitionen (CapEx) massiv hochfahren. Bereits nach den Quartalszahlen im Dezember deutete das Management deutlich höhere Ausgaben für das Geschäftsjahr 2026 an, was die Prognosen für den freien Cashflow ins Negative drückte.

Blick auf die März-Zahlen

Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf den kommenden Quartalsbericht, der für Anfang bis Mitte März erwartet wird. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen glaubhaft darlegen kann, wie diese enormen Vorleistungen refinanziert werden, ohne die Profitabilität langfristig zu beschädigen. Bis dahin dürfte die Aktie, die technisch angeschlagen ist, weiterhin sensibel auf Nachrichten zur Kostenentwicklung reagieren.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.