Oracles Cloud-Infrastruktur wächst in einem Tempo, das selbst optimistische Analysten überrascht. Die jüngsten Quartalszahlen und eine ambitionierte Umstrukturierung zeichnen das Bild eines Unternehmens im tiefgreifenden Wandel — mit beachtlichen Chancen, aber auch erheblichen finanziellen Belastungen.
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Oracle einen Umsatz von 17,19 Milliarden Dollar — ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 1,71 Dollar.
Haupttreiber war die Cloud-Infrastruktursparte OCI: Die IaaS-Umsätze sprangen um 84 Prozent auf 4,89 Milliarden Dollar. Noch beeindruckender ist der Auftragsbestand, der um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar gestiegen ist — getrieben vor allem durch neue Großverträge im Bereich KI-Training und -Inferenz.
Umbau auf KI-Kurs kostet Milliarden
Parallel zum Wachstum treibt Oracle seinen strukturellen Umbau voran. Für das Restrukturierungsprogramm 2026 wurden zusätzliche 500 Millionen Dollar bewilligt, womit sich die Gesamtkosten auf 2,1 Milliarden Dollar summieren. Das Geld fließt vor allem in Abfindungen und die Schließung von Bürostandorten.
Hintergrund: Oracle ersetzt zunehmend Softwareentwickler-Stellen durch KI-Modelle. Analysten sehen darin den Übergang von KI als Werkzeug hin zu KI als digitaler Belegschaft. Bislang wurden 826 Millionen Dollar der geplanten Restrukturierungskosten bereits verbucht.
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Wachstumsziele und finanzielle Risiken
Das Management hat das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 um 7 Milliarden auf rund 90 Milliarden Dollar angehoben. Citigroup erhöhte daraufhin das Kursziel auf 320 Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Analysten erwarten einen vierjährigen Umsatz-CAGR von 35 Prozent und ein EPS-Wachstum von 29 Prozent jährlich.
Die Kehrseite des Expansionskurses: Der Schuldenstand liegt bei rund 108 Milliarden Dollar, die Investitionsausgaben sollen 2026 die Marke von 50 Milliarden Dollar erreichen — für den Ausbau von Rechenzentren. Der freie Cashflow ist derzeit mit minus 24,7 Milliarden Dollar negativ. Oracle plant, die Gesamtkapazität seiner Infrastruktur binnen drei Jahren auf 10 Gigawatt auszubauen, um die steigende KI-Nachfrage zu bedienen.
Die Oracle-Aktie notiert aktuell rund 29 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Hinweis darauf, dass der Markt die langfristigen Schuldenrisiken trotz der starken operativen Entwicklung noch nicht vollständig eingepreist hat.
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