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Oracle Aktie: Stabilisierung nach Absturz?

Oracle sichert sich strategische Beteiligung an TikTok US und langfristige Cloud-Einnahmen, während hohe Investitionsausgaben von 50 Mrd. USD Anleger verunsichern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Beteiligung an TikTok US fixiert
  • Hohe Investitionsausgaben belasten die Bilanz
  • Cloud-Umsatz wächst stark durch KI-Nachfrage
  • Aktienkurs an wichtiger charttechnischer Marke

Oracle hat turbulente Wochen hinter sich, die den Aktienkurs massiv unter Druck gesetzt haben. Während der bestätigte Einstieg in das US-Geschäft von TikTok für neue Fantasie sorgt, sitzen die Sorgen über explodierende Ausgaben bei den Anlegern tief. Die Marktteilnehmer stehen nun vor der Entscheidung: Ist die fundamentale Wachstumsstory im KI-Bereich intakt oder sind die finanziellen Risiken des aggressiven Ausbaus zu hoch?

TikTok als strategischer Anker

Der wichtigste Treiber für die aktuelle Stabilisierung der Aktie ist die finale Einigung rund um TikTok. Am Freitag wurde vertraglich fixiert, dass ein Konsortium unter Führung von Oracle Anteile am US-Geschäft der Video-Plattform übernimmt. Oracle selbst wird dabei voraussichtlich 15 % der Anteile halten. Der Abschluss der Transaktion wird für den 22. Januar 2026 erwartet.

Viel entscheidender als die reine Kapitalbeteiligung ist für Oracle jedoch die technische Komponente des Deals. TikTok bindet sich als „Take-or-Pay“-Kunde fest an die Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Das sichert nicht nur langfristige Einnahmen für das Cloud-Geschäft, sondern zerstreut auch die am Markt kursierenden Ängste, Oracle könnte diesen prestigeträchtigen Ankerkunden für seine KI-Infrastruktur verlieren.

Der teure Preis des Wachstums

Trotz dieser strategischen Erfolgsmeldung leidet der Kurs noch immer unter den Nachwehen der jüngsten Quartalszahlen. Seit dem Allzeithoch im September bei rund 345 USD hat die Aktie massiv an Wert eingebüßt. Auslöser für diesen Abverkauf war weniger die operative Leistung, sondern ein Schock auf der Kostenseite: Das Management kündigte Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2026 an.

Dieser Betrag übertraf die Erwartungen deutlich und löste Bedenken hinsichtlich der Bilanzstruktur aus. Anders als die extrem kapitalstarken Konkurrenten Microsoft oder Amazon muss Oracle diesen Kraftakt stärker über Fremdkapital und den laufenden Cashflow stemmen. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch juristisch wider: Inzwischen prüfen Anwaltskanzleien Sammelklagen mit der Frage, ob die enorme Kapitalintensität der KI-Verträge im Vorfeld transparent genug kommuniziert wurde.

Auf der Einnahmenseite stimmt die Richtung hingegen: Der Umsatz in der Cloud-Sparte sprang im letzten Bericht um 68 % nach oben, getrieben durch eine extrem hohe Nachfrage nach GPU-Kapazitäten.

Wichtige Marken im Fokus

Nach dem Schlusskurs vom Freitag bei 197,99 USD steht die Aktie nun an einer charttechnischen Wegscheide. Die Marke von 200 USD fungiert als psychologisch und technisch wichtiger Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte signalisieren, dass die Phase der Kapitulation vorerst beendet ist und wieder wertorientierte Käufer in den Markt zurückkehren.

Sollte die Erholung jedoch scheitern, richtet sich der Blick nach unten auf die Unterstützung bei 190 USD. Ein Bruch dieses Niveaus würde den Verkaufsdruck wahrscheinlich erneut entfachen.

  • Schlusskurs: 197,99 USD (+0,25 %)
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -29,47 %
  • RSI (14 Tage): 69,3

Der nächste konkrete Termin für Anleger ist der 22. Januar 2026, an dem der TikTok-Deal formal abgeschlossen werden soll. Bis dahin muss Oracle beweisen, dass die massiven Investitionen schnell genug in profitables Wachstum umgemünzt werden können, um die hohe Bewertung im Vergleich zum historischen Durchschnitt zu rechtfertigen.

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Diskussion zu Oracle

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.