Oracle setzt voll auf Künstliche Intelligenz und den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur. Doch diese aggressive Strategie fordert nun ihren Tribut: Eine Gruppe von Anleihegläubigern hat Klage eingereicht und wirft dem Tech-Konzern sowie Co-Gründer Larry Ellison Täuschung vor. Während der Aktienkurs spürbar nachgibt, steht die Frage im Raum: Wurden Investoren über die wahren Kosten der KI-Offensive im Dunkeln gelassen?
Klage belastet den Kurs
Der Technologie-Sektor stand zuletzt insgesamt unter Druck, doch bei Oracle wiegen die hausgemachten Probleme schwerer. Die Aktie geriet deutlich ins Hintertreffen und verlor in der Spitze rund 5 Prozent an Wert. Auslöser ist eine Sammelklage, die vor einem Gericht in Manhattan eingereicht wurde.
Der Vorwurf der Kläger wiegt schwer: Investoren, die an einer Anleiheemission im Volumen von 18 Milliarden US-Dollar beteiligt waren, fühlen sich getäuscht. Oracle habe es versäumt, offen zu kommunizieren, dass kurz nach dieser Emission weitere Milliardenkredite für den Bau neuer Rechenzentren notwendig würden. Diese mangelnde Transparenz bezüglich des enormen Kapitalbedarfs für die KI-Infrastruktur habe den Wert der bestehenden Anleihen negativ beeinflusst. Mit einem aktuellen Kurs von 202,29 USD (Schlusskurs gestern) notiert das Papier deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von gut 280 USD.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?
Zweifel an der Umsetzung
Dieser juristische Streit lenkt den Fokus auf die aggressive, schuldenfinanzierte Expansionsstrategie des Unternehmens. Oracle muss massiv investieren, um im Wettbewerb mit größeren Cloud-Rivalen bestehen zu können. Marktbeobachter sehen hierbei jedoch nicht nur rechtliche, sondern auch operative Risiken:
- Gewaltiger Auftragsbestand: Zwar meldet Oracle „Remaining Performance Obligations“ (RPO) von über 500 Milliarden US-Dollar – maßgeblich getrieben durch einen Deal mit OpenAI.
- Ausführungsrisiko: Es bestehen jedoch Zweifel, wie schnell und profitabel dieser riesige Auftragsberg tatsächlich in Umsatz umgewandelt werden kann.
- Insider-Aktivitäten: Zusätzlich belastet die Nachricht, dass ein Direktor im vergangenen Quartal ein signifikantes Aktienpaket verkauft hat.
Unsicherheit wächst
Die Marktreaktion fiel eindeutig aus. Der Kursrutsch zeigt, dass die Anleger die Kombination aus branchenweiter Schwäche und unternehmensspezifischen Rechtsrisiken als Warnsignal verstehen. Für Investoren verschiebt sich der Fokus nun von den reinen Wachstumsfantasien hin zur Bilanzqualität. Angesichts der ohnehin hohen Verschuldung wird entscheidend sein, ob Oracle die rechtlichen Vorwürfe schnell ausräumen kann, ohne dass das Vertrauen des Kapitalmarkts langfristig Schaden nimmt.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
