Oracle holt zum großen Schlag aus: Bis zu 50 Milliarden Dollar will der Software-Konzern 2026 einsammeln, um seine Cloud-Infrastruktur für künstliche Intelligenz massiv auszubauen. Die Finanzierung steht – doch Anleger reagieren nervös. Denn neben Anleihen sollen auch neue Aktien ausgegeben werden, was die bestehenden Anteile verwässert.
50 Milliarden Dollar für die Cloud
Der Kern der Kapitalmaßnahme: Oracle will zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar aufnehmen, um die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) auszubauen. Hintergrund ist die explodierende Nachfrage nach KI-Rechenkapazität von Kunden wie OpenAI und Nvidia. Die Finanzierung teilt sich etwa hälftig auf Fremd- und Eigenkapital auf.
Am 3. Februar platzierte Oracle eine Anleihe über 25 Milliarden Dollar am Markt. Das Signal der Kreditgeber: eindeutig positiv. Die Nachfrage erreichte 126 Milliarden Dollar – mehr als das Fünffache des Angebots. Die Bondinvestoren trauen Oracle offenbar zu, die hohe Schuldenlast zu stemmen.
Problematisch aus Anlegersicht ist die andere Hälfte: Bis zu 20 Milliarden Dollar könnten über neue Aktien und wandelbare Vorzugsaktien in die Kasse fließen. Das bedeutet Verwässerung für bestehende Aktionäre. Die Aktie gab am 3. Februar um 3,4 Prozent auf 154,67 Dollar nach.
Analysten mit gemischten Signalen
Die Reaktion der Analysten fällt gespalten aus. Scotiabank senkte das Kursziel von 260 auf 220 Dollar, bekräftigte aber die Kaufempfehlung „Sector Outperform“. Barclays hält dagegen an einem Kursziel von 310 Dollar fest und bewertet die Aktie mit „Overweight“ – die Finanzierung schaffe Klarheit für die Umsetzung der Strategie.
Bank of America argumentiert, Oracle habe mit dem Schritt „das zentrale Risiko für 2026 entschärft“. Die Unsicherheit, wie der Konzern seine enormen Investitionen finanzieren würde, sei damit vom Tisch.
Wettlauf um KI-Kapazität
Oracle steht im harten Wettbewerb mit den großen Cloud-Anbietern. Der Ausbau der Infrastruktur ist teuer: Die Ratingagentur Fitch erwartet für das Geschäftsjahr 2026 einen negativen freien Cashflow von über 26 Milliarden Dollar vor Dividenden. Gleichzeitig muss Oracle ein wachsendes Auftragsvolumen abarbeiten und sich gegen Konkurrenten wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud behaupten.
Zuletzt gab es Spekulationen über Spannungen zwischen Oracle, Nvidia und OpenAI. Die Führungsspitzen beider Partner – Sam Altman von OpenAI und Jensen Huang von Nvidia – wiesen die Gerüchte jedoch zurück und bekräftigten die Zusammenarbeit.
Mit der massiven Kapitalzufuhr verschafft sich Oracle Luft für die nächsten Monate. Ob sich die hohen Investitionen in bessere Margen und steigende Bewertungen übersetzen lassen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen.
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