Oracle bekommt nach Monaten mit deutlichen Kursverlusten wieder etwas Wind in den Rücken. Auslöser ist eine Analysten-Hochstufung, die in kurzer Zeit viel Kaufinteresse ausgelöst hat. Gleichzeitig sorgt eine neue Sammelklage für juristischen Gegenwind – und damit für zusätzliche Unsicherheit.
Wichtige Fakten auf einen Blick:
– Hochstufung durch D.A. Davidson auf „Buy“ (zuvor „Neutral“), Kursziel 180 US-Dollar
– Sammelklage betrifft Käufe zwischen 12. Juni 2025 und 16. Dezember 2025
– Frist für den „Lead Plaintiff“: 6. April 2026
– Finanzierungsplan für 2026: 45 bis 50 Mrd. US-Dollar (Mix aus Fremd- und Eigenkapital)
Analysten-Upgrade treibt die Erholung
Am Montag sprang die Aktie kräftig an und legte 9,66% zu. Auffällig: Das Handelsvolumen zog stark an und lag mit 49,5 Mio. Aktien rund 73% über dem Drei-Monats-Schnitt von 28,6 Mio. – ein Zeichen, dass nicht nur wenige Käufer unterwegs waren.
Am Dienstag ging es weiter nach oben: Der Kurs schloss mit +2,11% bei 159,89 US-Dollar. Intraday waren sogar 165,39 US-Dollar drin. D.A. Davidson begründete den Schritt laut Morningstar damit, der Markt habe „nach unten übertrieben“. Zudem profitiere das Cloud-Geschäft direkt von den KI-getriebenen Infrastruktur-Ausgaben.
Sammelklage erhöht den Druck
Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass eine Securities Class Action gegen Oracle eingereicht wurde. Sie richtet sich an Investoren, die zwischen 12. Juni 2025 und 16. Dezember 2025 Oracle-Stammaktien gekauft haben.
Laut Klageschrift geht es um angebliche Falschangaben zu Verträgen rund um den Aufbau von Rechenzentrumskapazitäten für KI-Infrastruktur. Außerdem steht die Darstellung im Raum, dass hohe Investitionen (Capex) schneller zu beschleunigtem Umsatzwachstum führen könnten, als es tatsächlich möglich sei. Der Stichtag, um als federführender Kläger („Lead Plaintiff“) aufzutreten, ist der 6. April 2026.
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Die Klage reiht sich in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für Oracles KI-Infrastruktur-Investitionen ein: Reuters zufolge gab es im Januar bereits eine Klage von Anleihegläubigern, und Ende 2025 zogen die Kosten für Kreditausfallabsicherungen (Credit Default Swaps) an.
Finanzierung und Bewertung bleiben zentrale Themen
Trotz der jüngsten Erholung ist die Aktie historisch betrachtet weiter deutlich unter Wasser. Im September 2025 notierte Oracle laut Kursdaten zeitweise über 328 US-Dollar – der aktuelle Bereich entspricht damit etwa minus 50% gegenüber diesen Hochs.
Als Belastungsfaktoren nennt der Quelltext unter anderem Sorgen um die kapitalintensiven Rechenzentrumspläne, die Beziehung zu OpenAI sowie eine generell schwächere Stimmung im Software-Sektor.
Im Fokus steht außerdem der am 1. Februar angekündigte Plan, im Kalenderjahr 2026 45 bis 50 Mrd. US-Dollar für den Ausbau der Oracle Cloud Infrastructure einzuwerben – über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Laut CNBC führt Goldman Sachs den Bond-Verkauf, während Citigroup die Eigenkapital- und wandelbaren Vorzugsangebote betreut. Jefferies schrieb laut Reuters, der Plan „kaufe Zeit“ für die KI-Ambitionen, könnte aber kurzfristig auf die Margen drücken.
Unterm Strich erklärt das die aktuelle Gemengelage: Das Upgrade liefert kurzfristig Rückenwind, doch Klagerisiken und die geplante Großfinanzierung bleiben die Themen, an denen sich die Aktie in den kommenden Wochen messen lassen muss – mit der nächsten juristischen Wegmarke am 6. April.
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