OpenAI hat 110 Milliarden Dollar eingesammelt – die größte Finanzierungsrunde der Unternehmensgeschichte. Für Oracle ist das mehr als nur eine Randnotiz: Der ChatGPT-Entwickler ist mit Abstand der wichtigste Kunde des Softwarekonzerns. Die Finanzspritze sichert einen Vertrag im Wert von 300 Milliarden Dollar über fünf Jahre für Server und Rechenzentrumskapazität. Damit ist das größte Gegenparteirisiko vorerst vom Tisch.
BNP Paribas bekräftigt Kaufempfehlung
Die französische Investmentbank BNP Paribas reagierte prompt auf die Nachricht. Analyst Stefan Slowinski bestätigte seine Kaufempfehlung für Oracle mit einem Kursziel von 290 Dollar. Seine Einschätzung: Die Finanzierung reduziert das Risiko, dass OpenAI seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann – ein Szenario, das angesichts der hohen Cash-Verbrennung des KI-Start-ups durchaus im Raum stand.
Allerdings bleibt eine Frage offen: Ob Microsoft und Oracle direkt von OpenAIs neuer Kapitalkraft profitieren, ist unklar. Berichte deuten darauf hin, dass auch Amazon an der Finanzierungsrunde beteiligt ist – ein potenzieller Konkurrent im Cloud-Geschäft.
523 Milliarden Dollar Auftragsbestand
Oracle hat Ende November 2025 einen Auftragsbestand von 523 Milliarden Dollar ausgewiesen – ein Plus von 438 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf OpenAI. Hinzu kommen Großkunden wie Nvidia, Meta, AMD und xAI. Die Quartalsumsätze stiegen um 14 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar.
Der Konzern baut derzeit ein Rechenzentrum mit einem Gigawatt Leistung in Abilene, Texas, das Ende 2026 in Betrieb gehen soll. Die Umsetzungsgeschwindigkeit solcher Projekte wird vom Markt genau beobachtet – denn der Fokus verschiebt sich von Vertragsankündigungen zu tatsächlichen Ergebnissen.
Klagen und Kapitalerhöhung
Parallel zur positiven Nachricht aus dem OpenAI-Lager wächst der juristische Druck. Die Kanzlei Kessler Topaz hat im Namen von Investoren eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Der Vorwurf: Oracle habe verschwiegen, dass die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur nicht zu entsprechendem Umsatzwachstum führen und die Kreditwürdigkeit sowie den freien Cashflow gefährden.
Zudem wurde bekannt, dass Blue Owl Capital – Hauptfinanzierer für Oracles größte US-Rechenzentren – aus der Finanzierung eines 10-Milliarden-Dollar-Projekts für OpenAI ausgestiegen ist. Die Frist für Anleger, sich als Hauptkläger zu melden, läuft am 6. April 2026 ab.
Um die Expansion zu finanzieren, plant Oracle 2026 eine Kapitalerhöhung zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Anders als viele Wettbewerber erwirtschaftet der Konzern derzeit keinen positiven freien Cashflow mehr und ist auf Fremdkapital angewiesen.
Umsetzung entscheidet
Oracle steht vor einem entscheidenden Jahr. Die finanzielle Absicherung durch OpenAIs Kapitalbeschaffung verwandelt risikoreiche Infrastrukturwetten in kalkulierbarere Langfristprojekte. Der 523-Milliarden-Dollar-Auftragsbestand bietet eine solide Basis. Die Frage ist nun, wie schnell Oracle liefern kann – und ob die Finanzierung ausreicht, ohne die Bonität zu gefährden.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 1. März liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
