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Oracle Aktie: Ohne Richtung?

Oracle setzt Milliarden in KI-Rechenzentren und baut massiv Stellen ab, während die Schuldenlast steigt. Die Quartalszahlen sollen Klarheit über die Finanzierungsstrategie bringen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Massiver Stellenabbau im gesamten Konzern geplant
  • Milliardenschwere Investitionen in KI-Cloud-Infrastruktur
  • Rekord-Auftragsbestand trotz angespannter Finanzlage
  • Aktienkurs deutlich unter Allzeithoch nach Wertverlust

Oracle steckt in einem Dilemma. Der Software-Konzern setzt Milliarden auf KI-Rechenzentren – und baut dafür massiv Stellen ab. Am Dienstag nach US-Börsenschluss folgen die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026. Anleger erwarten Klarheit, wie CEO Larry Ellison den Spagat zwischen Wachstum und Finanzierungslast meistern will.

Tausende Jobs fallen weg

Laut Bloomberg plant Oracle einen massiven Stellenabbau, der bereits in diesem Monat beginnen könnte. Betroffen sind Bereiche im gesamten Konzern, darunter Positionen, die das Management künftig durch KI ersetzen will. Oracle beschäftigt weltweit rund 162.000 Mitarbeiter.

Bereits im September kündigte der Konzern die größte Restrukturierung seiner Geschichte an. Die Kosten: bis zu 1,6 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr, das im Mai endet. Ein erheblicher Teil fließt in Abfindungen.

Die Wette auf OpenAI fordert ihren Tribut

Der Hintergrund der Sparmaßnahmen ist eine gigantische Investition. Oracle baut unter Führung von Chairman Larry Ellison ein Netzwerk aus KI-Rechenzentren auf, um Kunden wie OpenAI zu bedienen. Der mehrjährige Cloud-Deal mit OpenAI allein soll Schätzungen zufolge Kapitalausgaben von 156 Milliarden Dollar über fünf Jahre nach sich ziehen – und etwa drei Millionen GPUs erfordern.

Um die Expansion zu stemmen, will Oracle in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar durch Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. Analysten von Bloomberg gehen davon aus, dass der freie Cashflow des Konzerns in den kommenden Jahren negativ wird, bevor sich die Investitionen ab 2030 auszahlen.

Rekord-Auftragsbestand gegen steigende Schulden

Trotz der angespannten Finanzlage zeigt das Geschäft Dynamik. Die sogenannten Remaining Performance Obligations – also vertraglich zugesicherte, aber noch nicht abgerechnete Umsätze – explodierten im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2026 um 438 Prozent auf 523 Milliarden Dollar. Die Cloud-Sparte Oracle Cloud Infrastructure wuchs im selben Zeitraum um 68 Prozent.

Für das dritte Quartal rechnet der Markt mit Erlösen von 16,89 Milliarden Dollar, ein Plus von knapp 20 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,70 und 1,74 Dollar liegen. Das Management stellt für die Cloud-Sparte ein Wachstum von 40 bis 44 Prozent in Aussicht.

Aktie weit unter Höchststand

Nach einem starken Lauf 2024 – die Aktie legte um 61 Prozent zu – drehte die Stimmung. Seit dem Allzeithoch im September 2025 hat der Titel mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Anfang Februar wurde zudem eine Sammelklage gegen Oracle eingereicht. Investoren werfen dem Konzern vor, die finanziellen Folgen der KI-Strategie verschleiert zu haben.

Am Dienstagabend wird sich zeigen, ob Oracle die hochgesteckten Erwartungen erfüllt – und ob das Management eine überzeugende Perspektive für den Schuldenabbau liefern kann.

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