Oracle hat erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder eine eigenständige Finanzchefin. Hilary Maxson, zuletzt Konzern-CFO beim Energietechnikkonzern Schneider Electric, übernahm das Amt offiziell am 6. April 2026. Die Personalie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Oracles Bilanz unter enormem Druck steht.
Erbin einer ambitionierten Wachstumsstrategie
Maxson tritt in eine Rolle ein, die seit Jahren vakant war. Safra Catz hatte die Finanzverantwortung während ihrer Zeit als CEO parallel mitgetragen. Nun bekommt Oracle eine dedizierte CFO — und die Aufgabe ist klar umrissen: Kapitalallokation, Ausgabenkontrolle und Bilanzsteuerung in einer Phase massiver Investitionen.
Die Zahlen sprechen für sich. Oracle hat im laufenden Geschäftsjahr Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar geplant, gegenüber 21,2 Milliarden im Vorjahr. Der freie Cashflow ist auf minus 24,7 Milliarden Dollar gefallen. Um die Expansion zu finanzieren, emittierte Oracle in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 neue Anleihen im Volumen von 43 Milliarden Dollar — die langfristigen Schulden summieren sich damit auf 125 Milliarden Dollar.
Hinter dem Investitionsprogramm steckt der Aufbau von KI-Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab. Verträge mit OpenAI (30 Milliarden Dollar jährlich), Meta und Elon Musks xAI unterstreichen die Nachfrage. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen belaufen sich auf 553 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Starkes Geschäft, schwache Aktie
Das operative Geschäft entwickelt sich dabei durchaus stark. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Gesamterlöse um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Die Cloud-Umsätze legten um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu und machen erstmals mehr als die Hälfte des Gesamtgeschäfts aus. Es war das erste Quartal seit über 15 Jahren, in dem sowohl der organische Gesamtumsatz als auch der Non-GAAP-Gewinn je Aktie in US-Dollar um mindestens 20 Prozent wuchsen.
Analysten werten Maxsons Erfahrung mit kapitalintensiven Industriestrukturen bei Schneider Electric als Pluspunkt — 33 von 44 befragten Analysten stufen die Aktie mit „Kaufen“ ein. Die Aktie selbst reagierte auf die Personalie dennoch mit einem Minus von 1,5 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sie rund 24 Prozent verloren, vom Allzeithoch im September 2025 sind es sogar 54 Prozent.
Maxsons erste öffentliche Bewährungsprobe folgt rasch: Der nächste Quartalsbericht ist für den 9. Juni 2026 angesetzt. Dann wird sie erstmals vor Analysten erklären müssen, wie Oracle den Weg von einem rekordhohen Auftragsbestand zu freiem Cashflow in der erhofften Größenordnung beschreiten will.
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