Oracle setzt alles auf die Karte Künstliche Intelligenz – doch der Preis für diese Ambition ist gigantisch. Um die Infrastruktur für Kunden wie OpenAI aufzubauen, verbrennt der Konzern derzeit Milliarden und rutscht tief in den negativen Cashflow. Anleger reagieren nervös auf die explodierenden Kosten und den massiven Kapitalbedarf, was die Aktie weiter auf Talfahrt schickt.
Explodierende Ausgaben belasten die Bilanz
Die aggressive Expansion der Rechenzentrumskapazitäten hat die Finanzstruktur des Unternehmens grundlegend verändert. Allein im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 beliefen sich die Investitionsausgaben (CapEx) auf 12 Milliarden US-Dollar. Diese enormen Kosten führten zu einem negativen Free Cash Flow von 10 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum.
Um das hohe Tempo beim Infrastrukturausbau beibehalten zu können, hat das Management die Prognose für die Investitionsausgaben im Gesamtjahr auf bis zu 50 Milliarden US-Dollar angehoben. Zur Finanzierung dieser operativen Anforderungen plant Oracle, im Laufe des Jahres 2026 zwischen 45 und 50 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen aufzunehmen. Dies sorgt für Unruhe am Markt, da der bestehende Schuldenberg bereits 108 Milliarden US-Dollar übersteigt.
Abhängigkeit vom KI-Sektor
Die Oracle-Aktie wird zunehmend als Indikator für die Finanzierungskraft großer KI-Entwickler gehandelt. Das Unternehmen hält einen Infrastrukturvertrag mit OpenAI, dessen Wert auf 300 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Jüngste Berichte, wonach Nvidia sich an der aktuellen OpenAI-Finanzierungsrunde womöglich nur mit 30 Milliarden US-Dollar beteiligen könnte – deutlich weniger als die zuvor erwarteten 100 Milliarden –, lösten Abverkäufe bei Oracle aus. Trotz des hohen Auftragsvolumens macht dieses Klumpenrisiko das Papier anfällig für negative Nachrichten aus dem breiteren KI-Finanzierungsumfeld.
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Operatives Wachstum trifft auf juristischen Gegenwind
Fundamental wächst das Kerngeschäft weiter. Der Gesamtumsatz stieg im zweiten Quartal um 14,2 Prozent auf 16,06 Milliarden US-Dollar, wobei die Cloud-Erlöse um 33 Prozent und die Umsätze der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) sogar um 66 Prozent zulegten. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) erreichten mit 523 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert.
Die Diskrepanz zwischen den massiven Ausgaben und den zeitlich verzögerten Einnahmen hat jedoch juristische Konsequenzen. Mehrere Kanzleien haben Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Der Vorwurf lautet, Oracle habe Investoren nicht ausreichend darüber informiert, dass die KI-Strategie kurzfristig zu enormen Kapitalkosten ohne entsprechenden sofortigen Umsatzanstieg führen würde, was Kreditratings und Cashflow gefährde.
Die Skepsis spiegelt sich auch bei institutionellen Anlegern wider, die zuletzt Positionen reduzierten oder Absicherungsgeschäfte tätigten. Kurzfristig richtet sich der Blick der Marktteilnehmer nun auf den 6. April 2026, wenn die Frist für den Hauptkläger in den laufenden Sammelklagen endet.
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