Während Oracle einen 16-Milliarden-Dollar-Finanzierungsdeal für seinen KI-Campus in Michigan kurz vor dem Abschluss sieht, läuft am 6. April eine Frist in einem Wertpapierbetrugsverfahren ab. Zwei Entwicklungen, die den Kern der Debatte um Oracles KI-Strategie auf den Punkt bringen.
Der Michigan-Deal nimmt Form an
Related Digital steht kurz davor, die Finanzierung für Oracles Rechenzentrum-Campus in Saline Township, Michigan, zu finalisieren. Die Struktur: zwei Milliarden Dollar Eigenkapital von Blackstone sowie 14 Milliarden Dollar Fremdkapital unter Führung der Bank of America — ursprünglich als Baudarlehen geplant, nun voraussichtlich als Anleiheemission strukturiert.
Das Projekt war monatelang ins Stocken geraten. Lokale Behörden lehnten zunächst notwendige Flächennutzungsänderungen ab, Blackstone pausierte die Finanzierungsgespräche. Auch Oracles Leasingkonditionen sorgten für Skepsis, da Investoren bezweifelten, ob sie ausreichende Einnahmegarantien boten. Der Durchbruch kam, als Oracle bereit war, die Vertragsbedingungen zu verschärfen — und starke Q3-Zahlen im März zusätzliches Vertrauen schufen.
Für Related Digital, das erst im März 2025 gegründet wurde, wäre es das größte Projekt der Unternehmensgeschichte.
Schulden, Klagen, Dividende
Der Michigan-Deal reiht sich in eine Serie massiver Fremdfinanzierungen ein: 38 Milliarden Dollar für Rechenzentren in Texas und Wisconsin, 18 Milliarden für einen Standort in New Mexico. S&P Global Ratings warnt, dass Oracle in den kommenden Jahren ein negatives operatives Free Cashflow aufweisen und damit sein Kreditprofil belasten wird.
Genau diese Dynamik steht im Mittelpunkt der Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Kläger werfen Oracle vor, Anleger nicht ausreichend über die Risiken der aggressiven Investitionsstrategie informiert zu haben — darunter steigende Schulden, negativer Free Cashflow und die Frage, ob die Kapazitäten rechtzeitig in Umsatz umgewandelt werden können. Investoren, die Oracle-Wertpapiere zwischen dem 12. Juni und dem 16. Dezember 2025 erworben haben, können bis zum 6. April 2026 als Lead Plaintiff auftreten.
Parallel dazu hat Oracle eine Dividende angekündigt: Stichtag ist der 9. April 2026, Zahltag der 24. April.
Rekord-Auftragsbestand, schwacher Kurs
Oracles Auftragsbestand — die sogenannten Remaining Performance Obligations — erreichte zuletzt einen Rekordwert von 553 Milliarden Dollar, ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das signalisiert enorme Nachfrage. Die Aktie notiert dennoch rund 25 Prozent unter ihrem Jahresanfangsniveau und liegt deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.
Die zentrale Frage für Investoren bleibt, ob Oracle seinen Auftragsbestand schnell genug in profitable Umsätze überführen kann, bevor die Kombination aus negativem Free Cashflow, wachsender Schuldenlast und juristischem Gegenwind die Bilanz ernsthaft belastet. Der Abschluss des Michigan-Deals wäre ein konkreter Schritt — löst das Grundproblem aber nicht.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 4. April liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
