Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Oracle Aktie: Milliarden-Albtraum wird konkret
Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: Milliarden-Albtraum wird konkret

Morgan Stanley senkt Gewinnprognosen für Oracle drastisch. Die Bank sieht immense Investitionen für KI-Rechenleistung als große finanzielle Belastung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Massive Kosten für KI-Compute-Kapazitäten erwartet
  • Gewinnprognosen deutlich unter Konzernzielen
  • Strategische Beteiligung am TikTok-US-Geschäft
  • Wachstumsmarkt Healthcare als möglicher Ausgleich

Die Oracle-Aktie steht unter Druck – und das aus gutem Grund. Was nach außen wie ein Erfolg aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als potenzielles Finanzdebakel. Morgan Stanley hat nun die Rechnung aufgemacht, und die Zahlen sind alarmierend.

Oracle sitzt auf einem Auftragsbestand von 523 Milliarden Dollar. Klingt erst mal fantastisch, oder? Das Problem: Rund 300 Milliarden davon entfallen auf KI-Infrastruktur-Zusagen, allen voran für OpenAI. Und genau hier wird es teuer – richtig teuer.

Der 356-Milliarden-Dollar-Schock

Morgan Stanley hat nachgerechnet: Um die versprochene KI-Rechenleistung bereitzustellen, muss Oracle bis zum Geschäftsjahr 2030 mehr als 10 Gigawatt an KI-Compute-Kapazität aufbauen. Die Kosten? Geschätzte 356 Milliarden Dollar allein für IT-Equipment wie GPUs. Dazu kommen weitere 185 Milliarden Dollar für Rechenzentren über Finanzierungsleasing.

Zum Vergleich: Nur ein Gigawatt greenfield AI-Infrastruktur kostet bereits rund 35 Milliarden Dollar. Oracle plant das Zehnfache davon. Die Dimension dieser Investition scheint der Markt bislang massiv unterschätzt zu haben.

Die Konsequenz? Morgan Stanley hat seine Gewinnprognosen drastisch gekappt. Für das Geschäftsjahr 2028 rechnet die Bank nun mit einem Gewinn je Aktie von 8,51 Dollar, für 2030 mit 10,02 Dollar. Das liegt nicht nur weit unter Oracles eigenen Zielen von 10,65 und 21,00 Dollar – es ist auch deutlich pessimistischer als der Marktkonsens von 10,68 und 19,67 Dollar.

TikTok-Deal bringt neue Dimension

Parallel dazu hat Oracle am 22. Januar seine Rolle im TikTok-Deal zementiert. ByteDance gab bekannt, dass Oracle neben Silver Lake und MGX als einer der drei Hauptinvestoren jeweils 15 Prozent am neuen US-Joint-Venture hält. Das Gemeinschaftsunternehmen kontrolliert 80,1 Prozent von TikTok US, während ByteDance nur noch 19,9 Prozent behält.

Konkret bedeutet das: Oracle wird TikToks US-Nutzerdaten, Apps und Algorithmen in seiner US-Cloud sichern. Der Empfehlungsalgorithmus soll komplett auf US-Nutzerdaten neu trainiert werden – alles in Oracles Cloud-Infrastruktur. Eine strategisch wichtige Positionierung, die aber auch zusätzliche Kapazitäten bindet.

Wachstumsmarkt Healthcare als Lichtblick?

Einen positiven Aspekt gibt es: Der Healthcare-Analytics-Markt, in dem Oracle mit seinen Lösungen aktiv ist, soll laut MarketsandMarkets von 55,52 Milliarden Dollar 2025 auf 166,65 Milliarden Dollar 2030 wachsen – ein jährliches Wachstum von 24,6 Prozent. Besonders Predictive Analytics mit KI-Modellen boomen, getrieben durch die massive EHR-Adoption in den USA.

Doch kann dieser Wachstumsmarkt die enormen Investitionslasten der KI-Infrastruktur kompensieren? Morgan Stanley bezweifelt das offensichtlich. Das neue Kursziel von 213 Dollar liegt deutlich unter dem bisherigen Niveau – und weit entfernt von den 400 Dollar, die optimistischere Analysten wie Guggenheim noch im Raum stehen haben.

Die Frage bleibt: Hat sich Oracle mit seinen KI-Versprechen übernommen?

Anzeige

Stand heute, 28. September: Oracle – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Oracle investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Oracle: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Oracle

Redaktion Kapitalmarktexperten

Unter „Redaktion Kapitalmarktexperten“ erscheinen Beiträge, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Themenauswahl, Quellen und die redaktionellen Regeln verantwortet die Redaktion; verantwortlich im Sinne des § 18 Abs. 2 MStV ist Dr. Robert Sasse. Hinweise und Korrekturen: kapitalmarktexperten.de/korrekturen/