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Oracle Aktie: Massive Zweifel

Eine Anleiheklage und die schuldenfinanzierte Expansion mit OpenAI setzen Oracle unter Druck. Analysten sind uneins, ob die Chancen die Risiken überwiegen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sammelklage wegen angeblicher Täuschung bei Anleiheplatzierung
  • Hohe Abhängigkeit von Großkunde OpenAI als Klumpenrisiko
  • Stark verschuldete Bilanz erhöht Anlegerunsicherheit
  • Analystenmeinungen zu Kurszielen gehen weit auseinander

Oracle hat derzeit ein Glaubwürdigkeitsproblem, das weit über normale Marktschwankungen hinausgeht. Eine Klage von Anleihegläubigern und die wachsende Sorge um die aggressive, schuldenfinanzierte KI-Expansion setzen den Kurs massiv unter Druck. Während das Unternehmen Milliarden auf eine gemeinsame Zukunft mit OpenAI setzt, fragen sich Investoren: Ist das Risiko für die Bilanz mittlerweile zu hoch?

Juristisches Nachspiel drückt den Kurs

Der jüngste Abverkauf wird maßgeblich durch juristischen Ärger getrieben. Eine am 14. Januar eingereichte Sammelklage wirft dem Management vor, Investoren getäuscht zu haben. Konkret geht es um eine Anleiheplatzierung über 18 Milliarden US-Dollar im September 2025.

Die Kläger argumentieren, Oracle habe verschwiegen, dass kurz darauf weitere Kredite in Höhe von 38 Milliarden Dollar für den Bau von Rechenzentren nötig sein würden. Die Gläubiger fühlen sich „überrumpelt“, da die ursprünglichen Dokumente den zusätzlichen Kapitalbedarf nur als vage Möglichkeit darstellten, obwohl die Pläne angeblich bereits feststanden. Dies belastet das Vertrauen in die Unternehmensführung um Larry Ellison und Safra Catz.

Die OpenAI-Wette: Chance oder Klumpenrisiko?

Neben den juristischen Fragen steht die fundamentale Ausrichtung des Konzerns auf dem Prüfstand. Oracle hat seine Zukunft eng an den Erfolg von OpenAI geknüpft. Analysten von Guggenheim schätzen, dass OpenAI für rund 60 Prozent der noch ausstehenden Auftragsverpflichtungen verantwortlich ist – ein Volumen von etwa 315 Milliarden Dollar.

Hier scheiden sich die Geister:
* Die Optimisten sehen darin den ultimativen Beweis für die technologische Stärke von Oracles Cloud-Infrastruktur.
* Die Skeptiker warnen vor einem gefährlichen Klumpenrisiko. Die zentrale Sorge ist, ob OpenAI angesichts des hohen Kapitalverbrauchs in der Lage sein wird, diese massiven finanziellen Verpflichtungen langfristig zu bedienen.

Mit einem Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital von 3,28 ist die Bilanz von Oracle bereits stark angespannt, was die Sensibilität der Anleger für negative Nachrichten erhöht.

Analysten uneins über Bewertung

Trotz des Kursrutschs bleiben einige Experten demonstrativ optimistisch. Das Analysehaus Guggenheim bezeichnet Oracle weiterhin als „beste Idee“ für 2026 und hält an einem Kursziel von 400 Dollar fest. Die Begründung: Die Schuldenängste seien überzogen, und der Umsatz könnte sich bis 2030 fast vervierfachen.

Andere Banken reagierten jedoch vorsichtiger auf die jüngsten Entwicklungen. Institute wie UBS, RBC Capital Markets und Bank of America senkten ihre Kursziele teils deutlich, auch wenn die Kaufempfehlungen mehrheitlich bestehen bleiben. Der Markt sucht sichtlich nach einer fairen Bewertung zwischen den gigantischen Wachstumschancen im KI-Sektor und der realen Schuldenlast.

Hier die aktuellen Kennzahlen im Überblick:

  • Schlusskurs Gestern (Dienstag): 165,90 €
  • Change 7 Tage: -14,31%
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -40,90%
  • RSI (14 Tage): 69,3

Die nächsten Wochen dürften entscheidend für die Bodenbildung sein. Anleger blicken nun gespannt auf den März, wenn Oracle die Ergebnisse für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2026 vorlegt. Das Management muss dann beweisen, dass das Cloud-Wachstum auch jenseits des Großkunden OpenAI auf einem stabilen Fundament steht und die Schuldenlast tragfähig bleibt.

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