Der Software-Gigant Oracle steht unter erheblichem Druck. Statt Fantasie über künstliche Intelligenz bestimmen derzeit juristische Auseinandersetzungen und Sorgen um die Bilanz das Bild. Anleger reagieren nervös auf Vorwürfe, das Unternehmen habe die enormen Kosten für den KI-Ausbau verschleiert, was den Aktienkurs auf Talfahrt schickt.
Klage wegen Intransparenz
Auslöser der aktuellen Verkaufswelle ist eine Sammelklage der Kanzlei Rosen Law Firm. Im Kern geht es um den Vorwurf, Oracle habe Investoren über den tatsächlichen Kapitalbedarf für seine aggressive KI-Expansion im Unklaren gelassen. Um riesige Cloud-Verträge – unter anderem mit dem Partner OpenAI – zu bedienen, seien deutlich höhere Schuldenaufnahmen nötig als ursprünglich kommuniziert.
Marktbeobachter fürchten nun, dass diese ausufernden Ausgaben das Kreditrating des Konzerns gefährden könnten, sollte die Verschuldung die Grenzen für ein „Investment Grade“ überschreiten. Diese Sorgen spiegeln sich im Kurs wider: Mit einem Schlusskurs von 165,90 Euro notiert das Papier inzwischen über 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025.
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Analysten uneins über die Zukunft
Verschärft wird die Lage durch das makroökonomische Umfeld. Berichte über Handelsspannungen zwischen den USA und der EU belasten die Stimmung für US-Tech-Exporteure zusätzlich. An der Wall Street herrscht derweil Uneinigkeit über die Bewertung der Lage:
- Das Bullen-Lager: Analysten von Guggenheim halten an einem ambitionierten Kursziel von 400 US-Dollar fest. Ihr Hauptargument ist der massive Auftragsbestand (Backlog) von 523 Milliarden US-Dollar, der langfristige Einnahmen sichern soll.
- Die Bären-Seite: Institutionen wie UBS und RBC Capital haben ihre Kursziele hingegen gesenkt. Sie sehen erhebliche Risiken bei der Umsetzung und warnen vor den immensen Investitionskosten (CapEx), die für den Bau der notwendigen Rechenzentren anfallen.
Wachstum gegen Schuldenlast
Der zentrale Konflikt für Investoren bleibt bestehen: Oracle sitzt zwar auf einem Rekord-Auftragsbestand, muss diesen aber durch teure, schuldenfinanzierte Hardware-Investitionen erst noch monetarisieren. Solange das Management keine transparente Strategie zur Kapitalstruktur vorlegt, dürfte das Vertrauen der Anleger – und insbesondere der Anleihegläubiger – nur schwer zurückzugewinnen sein.
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