Oracle muss sich gleich an zwei Fronten erklären: Mehrere Sammelklagen zielen auf die Kommunikation rund um die KI-Investitionen – und parallel sorgen Insiderverkäufe aus der Konzernspitze für zusätzliche Unruhe. Zwar gewinnt das Unternehmen weiter staatliche Aufträge, doch an der Börse dominiert derzeit die Frage, ob die hohen Vorabkosten der KI-Offensive die Erträge zu spät oder zu schwach nachziehen lassen.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
– Sammelklage-Frist: Bis 6. April können Anleger den Antrag stellen, als „Lead Plaintiff“ aufzutreten
– Streitpunkt: Aussagen zu KI-Infrastruktur, CapEx und Umsatzwachstum
– Insiderverkauf: CEO verkaufte 10.000 Aktien am 9. Februar
– Aktie: zuletzt ca. 160,40 US-Dollar, -18% seit Jahresbeginn
Sammelklagen: Fokus auf KI-Ausgaben und Cashflow
Mehrere Kanzleien erinnern Investoren an die Frist am 6. April, um in einer US-Sammelklage die Rolle des federführenden Klägers zu übernehmen. Das Verfahren (Barrows v. Oracle) läuft vor dem Bundesgericht in Delaware und betrifft Anleger, die zwischen 12. Juni 2025 und 16. Dezember 2025 Aktien gekauft haben.
Kern der Vorwürfe: Oracle soll Anleger mit Aussagen zur KI-Cloud-Infrastruktur in die Irre geführt haben – vor allem zur Frage, wie stark die steigenden Investitionsausgaben (CapEx) tatsächlich mit dem ausgewiesenen Umsatzwachstum zusammenhängen. Die Klageschriften betonen, dass die im Dezember veröffentlichten Zahlen eine Lücke zwischen ambitionierter Ausbau-Story und finanzieller Realität offengelegt hätten.
Als Auslöser nennen die Kläger vor allem die Veröffentlichung der Q2-Zahlen des Geschäftsjahres 2026 am 10. Dezember 2025. Oracle meldete Umsatz unter Analystenerwartungen und einen negativen Free Cashflow von mehr als 10 Mrd. US-Dollar, getrieben durch höhere CapEx als erwartet. In der Folge fiel die Aktie laut Darstellung der Klage um rund 11% (von 223,01 auf 198,85 US-Dollar). Spätere Berichte über Verzögerungen bei OpenAI-Rechenzentrumsprojekten sowie den Rückzug des Finanzierungspartners Blue Owl Capital setzten den Kurs Ende 2025 zusätzlich unter Druck.
Insiderverkäufe: CEO reduziert Anteil
Auch die jüngsten SEC-Meldungen passen in das Bild eines nervösen Marktes. Am 9. Februar verkaufte CEO Clayton M. Magouyrk 10.000 Oracle-Aktien am Markt. Der gewichtete Durchschnittspreis lag bei etwa 155,23 US-Dollar, der Erlös bei rund 1,55 Mio. US-Dollar.
Insiderverkäufe können viele Gründe haben. Auffällig ist hier aber das Muster: Laut den im Quelltext genannten Insider-Tracking-Daten gab es in den vergangenen 90 Tagen ausschließlich Verkäufe, keine Käufe durch Führungskräfte am offenen Markt.
Bewertung: Hohe Investitionen, hoher Erwartungsdruck
Die Aktie notiert derzeit bei etwa 160,40 US-Dollar und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von über 345 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 18% zu Buche. Trotz des Rückgangs bringt Oracle laut Text weiterhin rund 460 Mrd. US-Dollar an Börsenwert auf die Waage; das KGV liegt bei etwa 30.
Entscheidend bleibt, ob die hohen Vorleistungen für KI-Rechenkapazität wie angekündigt ab dem Geschäftsjahr 2027 in eine spürbare Beschleunigung der Erlöse münden – oder ob der Druck auf den Cashflow länger anhält als vom Markt eingepreist. Bis zur 6.-April-Frist dürfte der juristische Nachrichtenfluss dabei ein zusätzlicher Taktgeber für die Stimmung rund um die Aktie bleiben.
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