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Oracle Aktie: Klagen belasten

Oracle sieht sich mit Sammelklagen zu KI-Ausgaben und Insiderverkäufen konfrontiert, während die Aktie unter Druck steht. Die Frist für Klagebeitritte endet am 6. April.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sammelklagen wegen KI-Investitionskommunikation
  • CEO verkaufte kürzlich 10.000 Aktien
  • Aktie verliert 18 Prozent seit Jahresbeginn
  • Frist für Klagebeitritt endet am 6. April

Oracle muss sich gleich an zwei Fronten erklären: Mehrere Sammelklagen zielen auf die Kommunikation rund um die KI-Investitionen – und parallel sorgen Insiderverkäufe aus der Konzernspitze für zusätzliche Unruhe. Zwar gewinnt das Unternehmen weiter staatliche Aufträge, doch an der Börse dominiert derzeit die Frage, ob die hohen Vorabkosten der KI-Offensive die Erträge zu spät oder zu schwach nachziehen lassen.

Wichtige Punkte auf einen Blick:
Sammelklage-Frist: Bis 6. April können Anleger den Antrag stellen, als „Lead Plaintiff“ aufzutreten
Streitpunkt: Aussagen zu KI-Infrastruktur, CapEx und Umsatzwachstum
Insiderverkauf: CEO verkaufte 10.000 Aktien am 9. Februar
Aktie: zuletzt ca. 160,40 US-Dollar, -18% seit Jahresbeginn

Sammelklagen: Fokus auf KI-Ausgaben und Cashflow

Mehrere Kanzleien erinnern Investoren an die Frist am 6. April, um in einer US-Sammelklage die Rolle des federführenden Klägers zu übernehmen. Das Verfahren (Barrows v. Oracle) läuft vor dem Bundesgericht in Delaware und betrifft Anleger, die zwischen 12. Juni 2025 und 16. Dezember 2025 Aktien gekauft haben.

Kern der Vorwürfe: Oracle soll Anleger mit Aussagen zur KI-Cloud-Infrastruktur in die Irre geführt haben – vor allem zur Frage, wie stark die steigenden Investitionsausgaben (CapEx) tatsächlich mit dem ausgewiesenen Umsatzwachstum zusammenhängen. Die Klageschriften betonen, dass die im Dezember veröffentlichten Zahlen eine Lücke zwischen ambitionierter Ausbau-Story und finanzieller Realität offengelegt hätten.

Als Auslöser nennen die Kläger vor allem die Veröffentlichung der Q2-Zahlen des Geschäftsjahres 2026 am 10. Dezember 2025. Oracle meldete Umsatz unter Analystenerwartungen und einen negativen Free Cashflow von mehr als 10 Mrd. US-Dollar, getrieben durch höhere CapEx als erwartet. In der Folge fiel die Aktie laut Darstellung der Klage um rund 11% (von 223,01 auf 198,85 US-Dollar). Spätere Berichte über Verzögerungen bei OpenAI-Rechenzentrumsprojekten sowie den Rückzug des Finanzierungspartners Blue Owl Capital setzten den Kurs Ende 2025 zusätzlich unter Druck.

Insiderverkäufe: CEO reduziert Anteil

Auch die jüngsten SEC-Meldungen passen in das Bild eines nervösen Marktes. Am 9. Februar verkaufte CEO Clayton M. Magouyrk 10.000 Oracle-Aktien am Markt. Der gewichtete Durchschnittspreis lag bei etwa 155,23 US-Dollar, der Erlös bei rund 1,55 Mio. US-Dollar.

Insiderverkäufe können viele Gründe haben. Auffällig ist hier aber das Muster: Laut den im Quelltext genannten Insider-Tracking-Daten gab es in den vergangenen 90 Tagen ausschließlich Verkäufe, keine Käufe durch Führungskräfte am offenen Markt.

Bewertung: Hohe Investitionen, hoher Erwartungsdruck

Die Aktie notiert derzeit bei etwa 160,40 US-Dollar und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von über 345 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 18% zu Buche. Trotz des Rückgangs bringt Oracle laut Text weiterhin rund 460 Mrd. US-Dollar an Börsenwert auf die Waage; das KGV liegt bei etwa 30.

Entscheidend bleibt, ob die hohen Vorleistungen für KI-Rechenkapazität wie angekündigt ab dem Geschäftsjahr 2027 in eine spürbare Beschleunigung der Erlöse münden – oder ob der Druck auf den Cashflow länger anhält als vom Markt eingepreist. Bis zur 6.-April-Frist dürfte der juristische Nachrichtenfluss dabei ein zusätzlicher Taktgeber für die Stimmung rund um die Aktie bleiben.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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