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Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: Klage wirft Schatten

Anleihegläubiger verklagen Oracle wegen irreführender Angaben zu einer Milliardenemission. Die Klage kommt in einer Phase hoher Investitionen und angespannter Liquidität.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Sammelklage wegen 18-Milliarden-Dollar-Anleiheemission
  • Hohe Investitionen führen zu negativem Cashflow
  • Auftragsbuch wächst auf über 500 Milliarden Dollar
  • CFO verkauft Aktien über festgelegten Handelsplan

Oracle steht unter Druck. Am Freitag wurde bekannt, dass Anleihegläubiger eine Sammelklage gegen den Softwarekonzern eingereicht haben. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Investoren bei einer 18-Milliarden-Dollar-Anleiheemission in die Irre geführt. Die Kläger bezweifeln, dass die massiven Schulden tatsächlich für den KI-Ausbau notwendig waren. Mehrere Anwaltskanzleien haben bereits Untersuchungen angekündigt – ein Zeichen dafür, dass die Sache ernst werden könnte.

Rechtliche Risiken treffen auf angespannte Bilanz

Die Klage trifft Oracle zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat seine Investitionen in KI-Infrastruktur massiv hochgefahren und die Kapitalausgaben für das Geschäftsjahr 2026 auf etwa 50 Milliarden Dollar angehoben. Die Folge: Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete Oracle einen negativen freien Cashflow von über 10 Milliarden Dollar.

Parallel dazu zeigt ein SEC-Filing vom 16. Januar: Douglas Kehring, Executive Vice President und Chief Financial Officer, verkaufte am 15. Januar 35.000 Aktien. Der Verkauf erfolgte über einen bereits im Oktober 2025 eingerichteten Handelsplan nach Regel 10b5-1.

Starkes Auftragsbuch gegen wachsende Schuldenlast

Dem steht allerdings ein beeindruckendes Auftragsbuch gegenüber. Die sogenannten Remaining Performance Obligations (RPO) – ein Maß für zukünftige, vertraglich gesicherte Umsätze – sind auf etwa 523 Milliarden Dollar gestiegen. Das entspricht mehr als einer Vervierfachung im Jahresvergleich. Großkunden wie Meta und NVIDIA haben umfangreiche Cloud- und KI-Verträge mit Oracle abgeschlossen.

Diese Zahlen unterstreichen Oracles Transformation vom traditionellen Softwareanbieter zum Infrastruktur-Player im KI-Boom. Allerdings zeigt die Marktreaktion: Investoren gewichten mittlerweile die Risiken der Schuldenstrategie höher als das Wachstumspotenzial.

Dividende und unterschiedliche Einschätzungen

Am 23. Januar steht die nächste Dividendenzahlung an. Während die rechtlichen Entwicklungen Unsicherheit schaffen, sehen einige Analysten die Aktie nach dem jüngsten Kursrückgang als unterbewertet an. KeyBanc verwies am Freitag auf das starke Auftragsbuch als Fundament für künftiges Wachstum. Die Kursrichtung dürfte in den kommenden Tagen davon abhängen, ob die Marktteilnehmer den rechtlichen Risiken oder dem langfristigen Vertragswert mehr Gewicht beimessen.

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