Oracle steht unter Druck. Ein Rechtsstreit mit Anleihegläubigern hat die Aktie diese Woche um rund 6% fallen lassen. Die Klage wirft dem Software-Konzern vor, wichtige Informationen über seinen massiven Finanzierungsbedarf verschwiegen zu haben. Im Zentrum steht die Frage: Hat Oracle beim 18-Milliarden-Dollar-Anleiheverkauf im September bewusst verschleiert, dass weitere Schulden nötig sein würden?
Der Vorwurf: Verschleierung beim Anleiheverkauf
Am 14. Januar reichten Anleihegläubiger, angeführt von der Ohio Carpenters‘ Pension Plan, Klage in New York ein. Sie werfen Oracle vor, im September 2025 Anleihen im Wert von 18 Milliarden Dollar verkauft zu haben, ohne transparent zu machen, dass bereits weitere Kredite geplant waren. Nur sieben Wochen später kehrte der Konzern an die Kapitalmärkte zurück – diesmal für 38 Milliarden Dollar an zusätzlichen Krediten.
Das Geld fließt in zwei Rechenzentren in Texas und Wisconsin, die für den 300-Milliarden-Dollar-Vertrag mit OpenAI über fünf Jahre benötigt werden. Laut Klage waren Formulierungen in den ursprünglichen Dokumenten, Oracle „könnte“ weitere Mittel benötigen, irreführend – die Pläne hätten bereits festgestanden.
Neben Oracle selbst sind Mitgründer Larry Ellison, die frühere CEO Safra Catz und 16 Banken als Beklagte genannt. Oracle lehnte eine Stellungnahme ab.
Schuldenstand weckt Sorgen
Die Klage trifft Oracle in einer Phase erheblicher Bilanzbelastung. Ende November 2025 summierte sich die Verschuldung auf etwa 108 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der Konzern verfügt über rund 20 Milliarden Dollar Cash-Reserven bei einem Jahresumsatz von 61 Milliarden Dollar.
Der Kapitalmarkt reagiert nervös. Die Kosten für Credit-Default-Swaps zur Absicherung gegen Zahlungsausfälle verdreifachten sich in den Monaten vor November. Investor Michael Burry, bekannt für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt 2008, hat mittlerweile eine Short-Position über Put-Optionen auf Oracle aufgebaut – gezielt wegen der Schuldenlast.
Die Investitionsoffensive hat ihren Preis: Oracle hob die Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2026 auf 50 Milliarden Dollar an, während der Free Cashflow in den vergangenen zwölf Monaten auf minus 13 Milliarden Dollar rutschte.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der aktuellen Belastung halten Wall-Street-Experten mehrheitlich an positiven Einschätzungen fest. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 305,50 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau von knapp 190 Dollar. Die Mehrheit stuft die Aktie als „Moderate Buy“ ein.
Am 9. März folgen die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Bis dahin dürfte die Entwicklung der Klage und mögliche weitere Finanzierungsschritte im Fokus stehen. Der Konzern hat im Januar bereits personelle Veränderungen vollzogen: Zwei langjährige Aufsichtsräte schieden aus, seit September führen die Co-CEOs Clay Magouyrk und Mike Sicilia anstelle von Safra Catz.
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