Oracle hat sich mit gewaltigen KI-Aufträgen in der Cloud-Sparte ein beeindruckendes Auftragspolster geschaffen. Doch die Kehrseite dieser Strategie sind explodierende Infrastrukturkosten und ein rasant wachsender Schuldenberg. Wenn der Softwarekonzern heute nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen präsentiert, steht das gesamte finanzielle Fundament des Unternehmens auf dem Prüfstand.
Der aktuelle Kurs von rund 133 Euro verdeutlicht die spürbare Skepsis am Markt. Seit dem Rekordhoch im September 2025 hat das Papier massiv unter Druck gestanden und notiert mittlerweile über 50 Prozent unter dieser Bestmarke.
Rekordaufträge treffen auf Kostenschock
Auf den ersten Blick glänzt das operative Geschäft. Im Vorquartal wuchs der Cloud-Umsatz um 33 Prozent, vorrangig getrieben von einer drastisch gestiegenen Nachfrage nach GPU-Rechenleistung für Künstliche Intelligenz. Die Auftragsbücher sind dank Kooperationen mit Tech-Größen wie Nvidia und OpenAI prall gefüllt und verzeichnen vertraglich gesicherte künftige Einnahmen (RPO) in Höhe von über 523 Milliarden US-Dollar. Für das heute zur Vorlage anstehende dritte Fiskalquartal stellte das Management zuletzt ein Umsatzwachstum von rund 20 Prozent in Aussicht.
Milliarden-Investitionen und Stellenabbau
Wie lange kann Oracle dieses aggressive Ausbautempo finanzieren? Um die gigantischen Rechenzentren für KI-Anwendungen zu errichten, hat der Konzern seine Investitionspläne (CapEx) drastisch von 35 auf 50 Milliarden US-Dollar angehoben. Finanziert wird diese Expansion zunehmend über neue Anleihen, was die Gesamtverschuldung zuletzt auf über 108 Milliarden US-Dollar hochtrieb.
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Diese enorme finanzielle Belastung zwingt das Unternehmen nun zu harten internen Einschnitten. Oracle plant einen weitreichenden Stellenabbau und Restrukturierungsmaßnahmen, um die Liquiditätsengpässe beim Bau der Datenzentren aufzufangen. Diese Umstrukturierungen sollen im laufenden Geschäftsjahr bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar kosten.
Analysten-Call bringt die Entscheidung
Erschwerend kommen eine im Februar eingereichte Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs sowie die zunehmende Zurückhaltung wichtiger Finanzierungspartner wie Blue Owl Capital hinzu.
Neben den reinen Geschäftszahlen rückt heute Nachmittag vor allem der Analysten-Call in den Fokus. Das Management muss Investoren detailliert aufzeigen, wie schnell sich die vertraglich gesicherten Aufträge in echten Cashflow verwandeln lassen, um die steigenden Verbindlichkeiten zu bedienen. Gelingt dieser Nachweis nicht, drohen weitere Herabstufungen der Bonität, die von der Ratingagentur Moody’s aktuell nur noch zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau geführt wird.
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