Oracle hat im abgelaufenen Quartal mit einem massiven Wachstum im Cloud-Geschäft überzeugt. Trotz dieser starken operativen Entwicklung tut sich das Papier schwer, eine nachhaltige Erholung einzuleiten. Verantwortlich für die Zurückhaltung am Markt ist ein geplantes Finanzierungsprogramm, das die Sorge vor einer deutlichen Verwässerung der Anteile schürt.
Um den rasanten Ausbau der KI-Infrastruktur und neuer Rechenzentren zu stemmen, plant der Softwarekonzern bis 2026 die Aufnahme von frischem Kapital in Höhe von 45 bis 50 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil davon wurde bereits im Februar über stark überzeichnete Anleihen gesichert. Die verbleibenden 20 Milliarden US-Dollar sollen jedoch über ein sogenanntes „At-the-Market“-Aktienprogramm eingesammelt werden. Obwohl das Management diese Option bisher nicht gezogen hat, wirkt allein die Existenz dieses Programms wie ein Deckel auf dem Kurs. Marktbeobachter preisen das Risiko ein, dass in naher Zukunft Millionen neuer Papiere auf den Markt kommen könnten.
Dabei lesen sich die jüngsten Geschäftszahlen äußerst positiv. Die vertraglich zugesicherten, aber noch nicht realisierten Umsätze (RPO) kletterten im dritten Quartal im Jahresvergleich um beachtliche 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Auch der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur legte um 84 Prozent zu. Das Management hob daraufhin die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 um eine Milliarde an. Dennoch notiert der Titel nach dem jüngsten Rücksetzer bei 129,46 Euro und damit knapp 54 Prozent unter seinem Rekordhoch vom September 2025. Die immensen Vorabinvestitionen in Chips und Server drücken den freien Cashflow auf Zwölf-Monats-Sicht tief in den negativen Bereich.
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Analysten sehen Einstiegschance
Trotz des anhaltenden Verkaufsdrucks bleibt die Wall Street mehrheitlich optimistisch. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20 für die erwarteten Gewinne wird das Unternehmen so günstig bewertet wie seit drei Jahren nicht mehr. Mehrere Experten haben ihre Einschätzungen kürzlich aktualisiert:
- Oppenheimer: Kurszielerhöhung von 185 auf 210 US-Dollar (Rating: Outperform)
- J.P. Morgan: Hochstufung auf „Overweight“ mit Kursziel 210 US-Dollar
- Durchschnittliches Analystenziel (39 Meinungen): 249,02 US-Dollar
Die Experten argumentieren, dass der deutliche Kursrückgang das Chance-Risiko-Verhältnis massiv verbessert hat. Zudem gehen sie davon aus, dass die bereits erfolgte Milliarden-Anleiheemission das Finanzierungsrisiko bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich reduziert.
Bis zur Vorlage der nächsten Quartalszahlen am 10. Juni 2026 wird die ungenutzte Aktienausgabe voraussichtlich das bestimmende Thema bleiben. Sobald das Management Klarheit über den genauen Zeitplan oder alternative Finanzierungswege schafft, entfällt der primäre Grund für den aktuellen Bewertungsabschlag.
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