Der Software-Gigant navigiert derzeit durch einen perfekten Sturm. Während das Management eine rekordverdächtige Kapitalmaßnahme von bis zu 50 Milliarden US-Dollar durchzieht, flüchten Anleger in Scharen aus dem Titel. Der Aktienkurs hat sich vom Allzeithoch im September mehr als halbiert – die aggressiven Expansionspläne im KI-Sektor fordern ihren Tribut.
Einbruch historischem Ausmaßes
Die Kursentwicklung in den ersten Februar-Tagen 2026 markiert einen Tiefpunkt für den Konzern. Die Aktie erlebte die schlechteste Acht-Tages-Periode seit über zwei Jahrzehnten und schloss zuletzt bei 136,48 US-Dollar. Zum Vergleich: Noch im September 2025 notierte das Papier auf einem Rekordhoch von 326,90 US-Dollar.
Dieser massive Wertverlust von über 50 Prozent wird durch ein Bündel an Belastungsfaktoren getrieben. Investoren sorgen sich vor allem um die steigende Verschuldung und die immensen Investitionskosten, die für den Ausbau der KI-Infrastruktur nötig sind. Hinzu kommen Unsicherheiten, ob Großkunden wie OpenAI ihre milliardenschweren Verpflichtungen langfristig finanzieren können, sowie eine Klage von Anleihegläubigern bezüglich der Offenlegung des Kapitalbedarfs.
Milliarden-Wette auf die Zukunft
Um die enorme Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten von Partnern wie Nvidia, Meta und OpenAI zu bedienen, geht Oracle volles Risiko. Das Unternehmen kündigte am 1. Februar an, im laufenden Kalenderjahr zwischen 45 und 50 Milliarden US-Dollar aufzunehmen.
Die Finanzierung erfolgt dabei über einen Mix aus Fremd- und Eigenkapital. Etwa die Hälfte der Summe soll durch die Ausgabe neuer Aktien und aktiennaher Instrumente generiert werden, der Rest über Anleihen. Ein erster Schritt wurde am 5. Februar mit dem Abschluss einer Platzierung von Vorzugsaktien bereits vollzogen.
Diese Strategie zeigt Wirkung am Kreditmarkt: Da Oracle nicht ausschließlich auf neue Schulden setzt, sondern auch das Eigenkapital stärkt, sanken die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) nach der Ankündigung deutlich. Die Ratingagentur Moody’s bestätigte daraufhin die Bonitätsnote Baa2.
Auftragsbücher platzen aus allen Nähten
Trotz des Kursdesasters gibt es fundamentale Lichtblicke. Die vertraglich gesicherten zukünftigen Einnahmen (Remaining Performance Obligations) explodierten im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 523 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 438 Prozent im Vorjahresvergleich.
Dieser gewaltige Auftragsbestand verdeutlicht, dass die technologische Nachfrage real ist. Die Cloud-Infrastruktur-Umsätze wuchsen zuletzt um 68 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar. Das Problem liegt derzeit nicht im Absatz, sondern in der teuren und riskanten Finanzierung der nötigen Hardware.
Am 9. März 2026 wird Oracle seine nächsten Quartalszahlen vorlegen. Anleger werden dann genau prüfen, wie schnell der gigantische Auftragsbestand in profitablen Umsatz umgewandelt werden kann und ob der aggressive Ausbauplan finanziell tragbar bleibt.
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