Der Technologiekonzern Oracle geht in die Offensive und plant eine massive Kapitalbeschaffung für das Jahr 2026, um den immensen Hunger nach KI-Infrastruktur zu stillen. Doch die ambitionierten Pläne haben ihren Preis: Um die Expansion für Kunden wie OpenAI und Meta zu finanzieren, müssen Anleger eine deutliche Verwässerung und neue Schulden in Kauf nehmen. Der Markt blickt nun kritisch auf die Balance zwischen Wachstumschancen und finanzieller Belastung.
Mix aus Schulden und Aktien
Wie das Unternehmen bekannt gab, soll im laufenden Kalenderjahr ein Gesamtvolumen zwischen 45 und 50 Milliarden US-Dollar aufgenommen werden. Die Strategie sieht eine gleichmäßige Aufteilung zwischen Fremd- und Eigenkapital vor. Für Aktionäre ist besonders das geplante „At-the-Market“-Programm (ATM) relevant, über das bis zu 20 Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien in den Markt fließen sollen – ein Schritt, der den Gewinn pro Aktie verwässert.
Parallel dazu plant Oracle eine einmalige Ausgabe von Unternehmensanleihen im Frühjahr 2026, angeführt von Goldman Sachs, während Citigroup das Aktienprogramm leitet. Damit reagiert das Management auf den kapitalintensiven Wettbewerb im Cloud-Sektor, betont jedoch, dass nach dieser Transaktion für den Rest des Jahres keine weiteren Anleiheemissionen geplant sind.
Der Preis des KI-Booms
Treibende Kraft hinter diesem enormen Kapitalbedarf ist die vertraglich zugesicherte Nachfrage nach Rechenleistung. Oracle nennt explizit prominente Namen wie OpenAI, NVIDIA, Meta, TikTok, xAI und AMD als Kunden, deren Anforderungen den aggressiven Ausbau der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) diktieren.
Marktbeobachter sehen in diesem Schritt die Bestätigung eines strukturellen Wandels in der Cloud-Finanzierung. Bereits im September 2025 hatte Oracle Anleihen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar platziert. Die nun folgende Mischfinanzierung soll helfen, die Bilanz zu managen, während die Schuldenlast – exklusive der neuen Maßnahmen – bereits bei rund 108 Milliarden US-Dollar liegt.
Skepsis am Markt wächst
Die aggressiven Wachstumspläne stoßen bei Anlegern auf gemischte Gefühle. Die Aktie hat zuletzt deutlich korrigiert und notiert mit aktuell 165,90 Euro rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Auch am Kreditmarkt spiegelt sich die Sorge wider: Die Risikoprämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) haben sich mehr als verdoppelt, was auf eine gestiegene Nervosität hinsichtlich der Bonität hindeutet.
Zudem warnen Analysten vor Klumpenrisiken. Experten von Mizuho wiesen bereits auf eine mögliche zu starke Abhängigkeit vom Trainingsgeschäft für OpenAI hin. Erschwerend kommt eine im Januar eingereichte Klage hinzu, die dem Unternehmen vorwirft, den Finanzbedarf bei der letzten Anleiheemission nicht korrekt dargestellt zu haben.
Die Eckdaten im Überblick:
- Volumen: 45 – 50 Mrd. USD
- Struktur: ~50% Eigenkapital, ~50% Fremdkapital
- Verwendungszweck: Infrastrukturausbau für KI-Großkunden
- Banken: Goldman Sachs (Anleihen), Citigroup (Aktien)
Mit diesem Schritt zementiert Oracle seine Ambitionen, im KI-Wettrennen ganz vorne mitzuspielen, bürdet sich jedoch erhebliche finanzielle Lasten auf. Ob das langfristige Wachstumspotenzial die kurzfristige Verwässerung und die steigenden Zinslasten rechtfertigt, bleibt die entscheidende Variable für die Kursentwicklung in den kommenden Quartalen.
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