Oracle drückt beim Thema Künstliche Intelligenz massiv aufs Tempo und rollt eine neue Generation von KI-Agenten für Unternehmenskunden aus. Gleichzeitig wächst an der Wall Street die Sorge über die gigantischen Kosten, die der Ausbau der dafür nötigen Rechenzentren verschlingt. Dieser Spagat zwischen aggressiver Produktstrategie und extremem Kapitalbedarf spaltet derzeit die Experten.
Neue KI-Offensive
Auf der hauseigenen KI-Tour in New York präsentierte der Softwarekonzern vergangene Woche seine neuen „Fusion Agentic Applications“. Diese KI-Agenten sollen künftig Kernbereiche wie Finanzen, Lieferketten und Personalwesen automatisieren. Das Analysehaus Mizuho reagierte prompt und hob das Kursziel wieder auf 400 US-Dollar an, nachdem es dieses erst Mitte März aufgrund branchenweiter Bewertungsabschläge auf 320 US-Dollar gesenkt hatte. Die Analysten sehen in Oracles vertikal integriertem Angebot – von der Infrastruktur über die Datenbank bis zur Anwendung – einen klaren Wettbewerbsvorteil, den andere Cloud-Anbieter nur schwer kopieren können.
Wachsende Sorgen um Baukosten
Andere Marktbeobachter ziehen bei der Aktie hingegen die Notbremse. Cleveland Research stufte die Papiere kürzlich von „Kaufen“ auf „Neutral“ ab. Als Grund nannten die Experten explizit die wachsenden Bedenken hinsichtlich der enormen Kosten für den Aufbau der KI-Rechenzentren. Diese Skepsis spiegelt sich im Kursverlauf wider. Mit einem Schlusskurs von rund 137 US-Dollar am 10. April verzeichnet der Titel auf Jahressicht ein Minus von 29 Prozent. Allein in den letzten 30 Tagen verlor das Papier knapp acht Prozent an Wert.
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Auftragsflut trifft auf Rekordausgaben
Die fundamentalen Zahlen aus dem dritten Geschäftsquartal illustrieren das Dilemma. Während der Cloud-Infrastruktur-Umsatz um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar nach oben schoss, explodierte der Auftragsbestand durch große KI-Verträge geradezu. Die noch nicht realisierten Leistungsverpflichtungen stiegen im Jahresvergleich um 325 Prozent auf gigantische 553 Milliarden US-Dollar. Um diese Auftragsflut überhaupt abarbeiten zu können, hält das Management an geplanten Investitionsausgaben von 50 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2026 fest. Gleichzeitig hob Oracle das Umsatzziel für 2027 auf 90 Milliarden US-Dollar an.
Die breite Spanne der aktuellen Analystenziele – von 320 US-Dollar bei Jefferies bis 400 US-Dollar bei Guggenheim – markiert die zentrale Herausforderung. Die künftige Bewertung hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Oracle den massiven Auftragsbestand tatsächlich in freien Cashflow umwandeln kann. Die Einführung der neuen KI-Agenten ist ein direkter strategischer Schritt, um genau diese margenstarken Software-Umsätze zeitnah zu realisieren.
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