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Oracle Aktie: Fokus auf Ausführung

Oracle steht vor der Quartalsberichtspflicht, während die jüngste OpenAI-Finanzierung die Sorgen um den Auftragsbestand mildert. Investoren erwarten nun konkrete Umsetzungserfolge.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Quartalsergebnisse und Gewinnprognose am 9. März
  • OpenAI-Finanzierung stärkt Oracles Auftragspipeline
  • Wachstum der Cloud-Umsätze und Auftragsbestände
  • Aktie zeigt deutliche Verluste seit Jahresbeginn

Oracle geht in die Zahlenvorlage Anfang nächster Woche mit Rückenwind – und mit einem klaren Prüfauftrag. Rückenwind kommt ausgerechnet von OpenAI: Die frisch abgeschlossene Mega-Finanzierung nimmt einem zentralen Risiko den Schrecken. Gleichzeitig wollen Anleger jetzt schwarz auf weiß sehen, ob sich die hohen Investitionen in KI-Rechenzentren auch im Wachstum niederschlagen.

Quartalszahlen am 9. März: Erwartungen sind gesetzt

Am Montag, den 9. März, legt Oracle vor US-Börsenstart die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Beim Umsatz rechnen Analysten mit rund 16,9 Mrd. US-Dollar.

Spannend ist vor allem die Gewinnseite, weil Oracle hier selbst sehr ambitioniert auftritt: Das Unternehmen stellte für Q3 einen Gewinn je Aktie (EPS) von 1,70 bis 1,74 US-Dollar in Aussicht. Diese Spanne lag über dem Analysten-Konsens von 1,50 US-Dollar zum Zeitpunkt der Prognose. Und: In den vergangenen vier Quartalen hat Oracle die Ergebnisse auf der Gewinnseite jeweils erreicht oder übertroffen.

Genau daran knüpft auch die zentrale Beobachtung an: Übersetzen sich die kräftigen Ausgaben für KI-Infrastruktur inzwischen in sichtbar schnelleres Wachstum? Die Bilanz an der Wall Street ist aktuell weniger „Vision“ als „Umsetzung“.

OpenAI-Finanzierung: Warum das für Oracle so wichtig ist

Der wichtigste kurzfristige Impuls kam vergangene Woche von OpenAI. Das Unternehmen schloss eine der größten privaten Finanzierungsrunden überhaupt ab und sammelte 110 Mrd. US-Dollar ein. Laut BNP Paribas dürfte das die Sorgen um die Finanzierungskraft von OpenAI reduzieren – und indirekt auch Partner wie Oracle stützen.

Der Hintergrund: OpenAI soll bei Oracle über extrem große Rechenleistungs- und Cloud-Verträge verfügen – im Artikel ist von rund 300 Mrd. US-Dollar die Rede. Für Oracle ist das nicht nur ein prestigeträchtiger Kunde, sondern laut BNP Paribas ein systemrelevanter Baustein: OpenAI macht demnach mehr als die Hälfte der verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) aus. Mit anderen Worten: Wenn OpenAI finanziell stabiler wirkt, steigt die Glaubwürdigkeit, dass Oracles Auftragsbestand auch tatsächlich zu Umsatz wird.

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BNP Paribas beließ Oracle deshalb auf „Buy“ und nannte ein Kursziel von 290 US-Dollar.

Auftragsbestand, Cloud-Wachstum – und ein juristischer Schatten

Oracles KI-Story hängt seit Monaten stark am Auftragsbestand. Im zweiten Quartal wuchs der Cloud-Umsatz um 33% auf 8 Mrd. US-Dollar. Insgesamt stiegen die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) sequenziell um etwa 15% auf 523 Mrd. US-Dollar, gestützt durch langfristige Zusagen unter anderem von Meta Platforms und NVIDIA. Für das Geschäftsjahr 2026 bleibt die Umsatzprognose bei 67 Mrd. US-Dollar; zusätzlich werden 4 Mrd. US-Dollar Umsatz in FY27 aus neuen RPO erwartet.

Parallel baut Oracle die Infrastruktur aus: Ein 1-Gigawatt-Rechenzentrum in Abilene (Texas) soll bis Ende 2026 ans Netz gehen. Dazu passt auch der staatliche Bereich: Die US Air Force vergab einen Auftrag über 88,1 Mio. US-Dollar für Cloud-Services, laufend bis zum 7. Dezember 2028.

Auf der anderen Seite bleibt ein Belastungsfaktor: Mehrere Kanzleien haben Sammelklage-Hinweise („securities class actions“) für Käufe im Zeitraum vom 12. Juni 2025 bis 16. Dezember 2025 veröffentlicht. Eine Frist bis zum 6. April 2026, um eine Lead-Plaintiff-Rolle anzustreben, erhöht den juristischen Überhang – inklusive möglicher Kosten.

Auch am Kursbild sieht man, wie viel Skepsis bereits eingepreist ist: Mit 120,64 € liegt die Aktie seit Jahresanfang 27,76% im Minus.

Am Dienstag, den 10. März, folgt um 16:00 Uhr ET die Telefonkonferenz – dort wird sich entscheiden, ob Oracle beim Thema „Ausführung“ konkrete Fortschritte liefern kann: bei Cloud-Dynamik, beim Aufbau der Rechenzentren und bei der Frage, wie schnell sich die Investitionen in messbare Ergebnisse übersetzen.

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Diskussion zu Oracle

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.