Oracle steht vor einem Schlüsseltermin: Am 10. März folgen die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026. Doch schon vor der Veröffentlichung sorgen Analystenkorrekturen, Fragen zur Stargate-Finanzierung und eine überraschende Formel-1-Partnerschaft für Bewegung. Die Erwartungen sind hoch – ebenso die Unsicherheit.
Die Erwartungen der Wall Street
Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 1,71 US-Dollar, was einem Plus von 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Beim Umsatz wird ein Anstieg um rund 20 Prozent auf 16,9 Milliarden US-Dollar erwartet. Oracle selbst hatte nach dem zweiten Quartal ein Cloud-Umsatzwachstum von 37 bis 41 Prozent in konstanter Währung in Aussicht gestellt.
Die Ankündigung des Termins sorgte bereits für Bewegung: Die Aktie legte am Veröffentlichungstag um 2,25 Prozent zu. Das spiegelt eine vorsichtig positive Stimmung wider, die jedoch von grundsätzlichen Zweifeln überlagert wird.
Gemischte Bilanz aus dem Vorquartal
Das zweite Quartal lieferte ein widersprüchliches Bild. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) explodierten um 438 Prozent auf 523 Milliarden US-Dollar – getrieben durch Großverträge mit Meta, Nvidia und anderen. Der Cloud-Umsatz stieg um 34 Prozent auf 8,0 Milliarden US-Dollar, die Cloud-Infrastruktur allein um 66 Prozent.
Trotz dieser Wachstumszahlen enttäuschte der Gesamtumsatz die Erwartungen. Die Aktie brach nach der Veröffentlichung um 11 Prozent ein. Der Markt strafte Oracle dafür ab, dass die massive Auftragspipeline noch nicht in entsprechenden Umsätzen sichtbar wird.
Analysten spalten sich
Die Einschätzungen der Experten gehen weit auseinander. RBC Capital senkte das Kursziel am 4. März von 195 auf 160 US-Dollar und verwies auf eine Schuldenlast von über 100 Milliarden US-Dollar sowie einen negativen freien Cashflow von rund 10 Milliarden US-Dollar. Evercore ISI reduzierte das Ziel von 275 auf 220 US-Dollar, hält aber an der „Outperform“-Einstufung fest.
Auf der anderen Seite bleibt Citigroup mit einem Kursziel von 310 US-Dollar (zuvor 370 US-Dollar) optimistisch, während Oppenheimer Oracle am 25. Februar sogar auf „Outperform“ hochstufte. Im Konsens überwiegen die Kaufempfehlungen: 25 „Buy“ stehen sechs „Hold“ gegenüber.
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Stargate-Projekt belastet Bewertung
Der Kern der Debatte dreht sich um Stargate, Oracles Gemeinschaftsprojekt für KI-Infrastruktur. Das Vorhaben erfordert den Aufbau von 4,5 Gigawatt Rechenzentrumskapazität – Kosten zwischen 180 und 225 Milliarden US-Dollar werden geschätzt.
Besonders pikant: Blue Owl, größter Finanzierungspartner, zog sich Ende 2025 aus der Finanzierung des 1-Gigawatt-Campus in Michigan zurück. Als Gründe nannte das Unternehmen ungünstigere Leasingbedingungen und Sorgen über die steigende Verschuldung. Oracle selbst spricht inzwischen von „wesentlich geringerem“ Kapitalbedarf als ursprünglich kommuniziert und sucht nach alternativen Partnern.
RBC-Analyst Rishi Jaluria fordert konkrete Nachweise, dass der Ausbau der Oracle Cloud Infrastructure planmäßig verläuft. Oracle rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit IaaS-Umsätzen von 18 Milliarden US-Dollar, die im Folgejahr auf 32 Milliarden steigen sollen – ein ehrgeiziges Ziel, das vom physischen Infrastrukturausbau abhängt.
Formel-1-Deal mit technischem Fokus
Abseits der Quartalszahlen verkündete Oracle eine Verlängerung der Titelpartnerschaft mit Red Bull Racing. Das Team wird seine neue Antriebseinheit auf der Oracle Cloud Infrastructure entwickeln, zudem kommt ein KI-gestützter Strategie-Assistent zum Einsatz.
Für Oracle ist das weniger Sportmarketing als vielmehr ein öffentlicher Testlauf der eigenen Technologie unter Extrembedingungen – Cloud-Infrastruktur, KI-Tools und Fusion-Anwendungen werden so zur sichtbaren Kundenreferenz.
Fokus auf Kapazitätsausbau
Am 10. März werden Investoren vor allem auf das Cloud-Wachstum und die KI-Nachfrage achten. Entscheidend wird sein, ob Oracle konkrete Fortschritte beim Rechenzentrumsausbau vorweisen kann und wann die massiven Vertragsvolumen in tatsächliche Umsätze münden. Die Umwandlungsrate der RPO in Erlöse bleibt der kritische Faktor – und bestimmt, ob die Aktie ihre Verluste aufholen kann.
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