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Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: Ellisons Milliarden-Verkauf wirft Fragen auf

Oracle übertrifft beim Umsatz die Prognosen, doch geringere Margen und hoher Kapitalbedarf belasten die Aktie trotz starker Cloud-Nachfrage.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzprognose im ersten Quartal übertroffen
  • Cloud-Infrastruktur mehr als verdoppelt
  • Bruttomarge auf 61 Prozent gesunken
  • Ellison plant Verkauf von 50 Millionen Aktien

Oracle legt Zahlen vor, die auf den ersten Blick keine Wünsche offenlassen. Trotzdem knickt die Aktie ein. Und dann taucht ausgerechnet jetzt eine Meldung auf, die für zusätzliche Nervosität sorgt: Firmengründer Larry Ellison will Aktien im Wert von bis zu 7,5 Milliarden Dollar verkaufen.

Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 kletterte von 14,9 auf 19,3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von rund 19,13 Milliarden Dollar.

Besonders das Cloud-Infrastruktur-Geschäft explodierte förmlich: Mit 7,4 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte sich der Bereich im Jahresvergleich. Unterm Strich stieg der Gewinn um 63 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar.

Marge und Kapitalbedarf trüben die Stimmung

Beim Gewinn je Aktie reichte es trotz eines Anstiegs auf 1,56 Dollar nicht ganz an die Erwartung von 1,74 Dollar heran. Hinzu kommt ein Margenrückgang: Die Bruttomarge fiel im Quartalsvergleich von 66,3 auf 61 Prozent. Der Grund liegt auf der Hand — der massive Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten um 850 Megawatt kostet Geld, viel Geld.

Genau dieser Kapitalbedarf ist der wunde Punkt, den der Markt seit Monaten beäugt. Oracle hat sich für den KI-Ausbau erheblich verschuldet, was die Aktie im laufenden Jahr bereits um rund 20 Prozent hat nachgeben lassen.

Für das zweite Quartal stellt der Konzern ein Umsatzplus von 30 bis 34 Prozent in Aussicht, das Cloud-Geschäft soll sogar um 65 bis 71 Prozent wachsen. Beim Jahresumsatz bleibt Oracle bei der Zielmarke von mindestens 90 Milliarden Dollar.

Ellisons Verkaufsplan als Belastungsprobe

In diesem Umfeld wirkt die Meldung über Ellisons Trading-Plan besonders brisant. Der 82-Jährige hat den Plan bereits am 22. Juni aufgesetzt, er läuft bis zum 24. Oktober und erlaubt den Verkauf von bis zu 50 Millionen Aktien.

Bemerkenswert: Seit Beginn des Jahrtausends hat Ellison nie mehr als 25.000 Aktien auf einmal verkauft — selbst nach vollständiger Ausschöpfung des Plans würde er mit über 40 Prozent noch immer der dominante Großaktionär bleiben.

Ob der Verkauf reines Portfoliomanagement ist oder als Signal gedeutet wird, bleibt Auslegungssache. Fakt ist: Institutionelle Investoren sorgen sich laut Marktbeobachtern weiterhin um die Bilanzstruktur, während das operative Geschäft mit KI-Nachfrage weiter brummt. Die Aktie notierte zuletzt bei 152,47 Dollar, leicht unter dem Vortagsniveau.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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