Während der Kreditmarkt bei Oracle bereits Alarmsignale sendet, greift Mitgründer Larry Ellison tiefer in seine eigene Aktientasche. Er hat zusätzliche Oracle-Aktien im Wert von 9,2 Milliarden Dollar als Sicherheit für Privatkredite verpfändet — ein Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Papiere dienen offenbar auch der Finanzierung eines ganz anderen Milliardendeals.
Fast ein Drittel der Beteiligung verpfändet
Laut einer am Freitag veröffentlichten Proxy-Mitteilung hält der 82-jährige Ellison rund 1,16 Milliarden Oracle-Aktien. Inzwischen dient etwa 36 Prozent dieses Bestands als Kreditsicherheit. Oracle untersagt Vorständen und Direktoren solche Pfandgeschäfte grundsätzlich — mit einer Ausnahme für Ellison, der als Executive Chair und Chief Technology Officer fungiert.
Der Hintergrund der Aufstockung liegt außerhalb des Kerngeschäfts: Ellison unterstützt seinen Sohn David bei der Finanzierung von Paramount Skydance, das Warner Bros. Discovery für rund 111 Milliarden Dollar übernehmen will.
Die Familie hat dafür eine milliardenschwere Eigenkapitalfinanzierung zugesagt, ein erheblicher Teil davon stammt von Staatsfonds aus dem Nahen Osten. Der Deal ist zuletzt vorangekommen, nachdem sich Paramount mit zwölf Generalstaatsanwälten und der Writers Guild auf eine Einigung verständigt hat, die eine Klage gegen die Fusion beendete.
Bemerkenswert: Erst vor wenigen Wochen hatte Ellison Pläne für einen Verkauf von bis zu 7,5 Milliarden Dollar Oracle-Aktien bekanntgegeben — und diese kurz darauf wieder kassiert. Die jetzige Pfandaufstockung wirkt wie die alternative Lösung, um an Kapital zu kommen, ohne Aktien tatsächlich verkaufen zu müssen.
Zeitlicher Zusammenfall mit Kreditmarkt-Nervosität
Die Nachricht erreicht Anleger zu einem Zeitpunkt, in dem Oracles Kreditausfallversicherungen bereits Rekordniveaus erreicht haben. Auslöser war eine Force-Majeure-Mitteilung zum Rechenzentrumsprojekt Jupiter in New Mexico, die Zweifel an der Finanzierbarkeit des milliardenschweren KI-Ausbaus geweckt hatte.
Eine Oracle-Anleihe mit Laufzeit bis 2056 rentierte zuletzt über acht Prozent — mehr als vergleichbare Ramschanleihen, obwohl Oracle formal noch im Investment-Grade-Bereich steht.
Ellisons Aktien dienen also gleichzeitig als Sicherheit für seine privaten Mediengeschäfte, während die Bonität des Unternehmens selbst am Kreditmarkt kritisch beäugt wird. Ob diese Verpfändung bei einer möglichen Herabstufung Oracles zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs erzeugen könnte, dürfte sich zeigen, sobald weitere Details zur Kreditbesicherung öffentlich werden.
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