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Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: Datencenter im Visier

Irans Revolutionsgarden erklären Oracles Stargate-Rechenzentrum in Abu Dhabi zum Angriffsziel. Trotz solider Quartalszahlen und einer bevorstehenden Dividende belastet die Bedrohung die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Iranische Garde nennt KI-Datenzentrum legitimes Ziel
  • Stargate-Projekt ist 30-Milliarden-Dollar-Joint-Venture
  • Oracle-Aktie verliert seit Jahresbeginn 25 Prozent
  • Unternehmen meldet starkes Umsatzwachstum von 21,7 Prozent

Oracles wichtigstes internationales KI-Projekt ist zum geopolitischen Ziel geworden. Die Iranischen Revolutionsgarden veröffentlichten am 5. April ein Video, in dem sie das Stargate-Rechenzentrum in Abu Dhabi explizit als legitimes Angriffsziel bezeichneten — per Satellitenaufnahme identifiziert und namentlich markiert.

Ein 30-Milliarden-Projekt unter Beschuss

Das Stargate-Projekt ist ein Joint Venture von Oracle, OpenAI, Nvidia, Cisco und SoftBank mit einem Investitionsvolumen von 30 Milliarden US-Dollar. Geplant ist ein 1-Gigawatt-Cluster als Teil eines größeren 5-Gigawatt-Campus, dessen erste Phase noch 2026 in Betrieb gehen soll. Die IRGC listete die Anlage gemeinsam mit 17 weiteren US-Technologieunternehmen als Ziel auf — eine Eskalation, die nicht aus dem Nichts kommt. Im März 2026 hatten Drohnenangriffe bereits die Cloud-Infrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain empfindlich getroffen.

Reicht die physische Bedrohung von Rechenzentren aus, um die Bewertungslogik für KI-Infrastruktur grundsätzlich neu zu kalibrieren? Die Märkte haben diese Frage bislang nicht eindeutig beantwortet. Seit Jahresbeginn verlor die Oracle-Aktie rund 25 Prozent, was sowohl die allgemeine Tech-Volatilität als auch die wachsende regionale Unsicherheit widerspiegelt.

Starke Zahlen als Gegengewicht

Auf der operativen Seite liefert Oracle weiterhin solide Ergebnisse. Der jüngste Quartalsbericht wies einen Umsatz von 17,19 Milliarden US-Dollar aus — ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,79 US-Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 1,71 US-Dollar. Die Cloud-Sparte bleibt der zentrale Wachstumstreiber, gestützt durch anhaltend hohe Nachfrage nach KI-integrierten Datenbankdiensten.

Institutionelle Investoren zeigen sich trotz der Unsicherheiten nicht abgeneigt: Mitsubishi UFJ Trust & Banking Corp erhöhte seine Position im ersten Quartal 2026 um 0,6 Prozent auf einen Wert von rund 163 Millionen US-Dollar.

Dividende mit konkretem Termin

Für Aktionäre steht kurzfristig die Dividendenzahlung im Fokus. Oracle schüttet 0,50 US-Dollar je Aktie aus, was einer Jahresrendite von rund 1,37 Prozent entspricht. Stichtag für den Dividendenanspruch ist der 9. April 2026, die Auszahlung folgt am 24. April. Das Cloud-Geschäft liefert die finanzielle Basis dafür — die Frage, wie lange geopolitische Risiken in volatilen Regionen ohne Aufschlag auf die Bewertung eingepreist bleiben, stellt sich mit jedem weiteren Eskalationsschritt neu.

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