Oracle hat sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 als einer der größten Nutznießer des KI-Infrastrukturbooms positioniert. Die Zahlen sind beeindruckend — doch das aggressive Wachstum hat seinen Preis.
Multicloud-Strategie zahlt sich aus
Was vor wenigen Jahren noch unvorstellbar schien, ist heute ein zentraler Wachstumstreiber: Oracle arbeitet eng mit Microsoft Azure, AWS und Google Cloud zusammen, statt gegen sie. Die Idee dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll — Kunden können Oracle-Datenbanken direkt innerhalb ihrer bevorzugten Cloud-Plattform nutzen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.
Das Ergebnis: Der Umsatz mit Multicloud-Datenbanken stieg im jüngsten Quartal um über 500 % gegenüber dem Vorjahr. Die Cloud-Sparte insgesamt wuchs um 44 % auf 8,9 Milliarden US-Dollar und macht damit erstmals mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Besonders die Cloud-Infrastruktur (IaaS) legte mit einem Plus von 84 % auf 4,9 Milliarden US-Dollar zu.
Der Gesamtumsatz kletterte auf 17,2 Milliarden US-Dollar — ein Zuwachs von 22 % gegenüber dem Vorjahr.
OpenAI als Anker im Auftragsbestand
Noch auffälliger als die Quartalszahlen ist der Auftragsbestand. Mit 553 Milliarden US-Dollar — einem Anstieg von 325 % im Jahresvergleich — hat Oracle einen Puffer aufgebaut, der Wachstumsfantasie für Jahre liefert. Rund 300 Milliarden US-Dollar davon entfallen auf einen Fünfjahresvertrag mit OpenAI, für den Oracle als kritischer Infrastrukturlieferant für das Training großer Sprachmodelle fungiert.
Die jüngste Finanzierungsrunde von OpenAI in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar — bei einer Bewertung von 730 Milliarden US-Dollar — erhöht laut Marktanalysten die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Vertrag vollständig abgerufen wird.
Wachstum kostet
Die Kehrseite des Expansionskurses zeigt sich in der Bilanz. Um die nötige Kapazität bereitzustellen, hat Oracle seine Investitionsplanung für das laufende Geschäftsjahr auf rund 50 Milliarden US-Dollar angehoben. Die Folge: steigende Verschuldung und ein rückläufiger freier Cashflow.
Co-CEO Mike Sicilia räumte ein, dass KI das bestehende SaaS-Modell unter Druck setzen könnte — sieht Oracle aber selbst in der Rolle des Disruptors, da KI-Agenten kostenlos in die eigenen Anwendungen integriert werden.
Die Bank of America bestätigte gestern ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 US-Dollar. Die Aktie notiert aktuell bei rund 125 Euro und liegt damit deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch — ein Abstand, der die hohen Investitionslasten und die Unsicherheit über den Zeitpunkt der Cashflow-Erholung widerspiegelt.
Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management einen Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar an, langfristig soll der Cloud-IaaS-Umsatz bis 2030 auf 144 Milliarden US-Dollar steigen. Ob die Investoren bis dahin Geduld zeigen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die massiven Kapitalausgaben in freiem Cashflow niederschlagen.
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