Oracle hat am gestrigen Dienstag gleich zwei Meldungen veröffentlicht, die unterschiedlicher kaum sein könnten: eine Expansion in den US-Bundesbehördenmarkt — und der Start einer der größten Entlassungswellen der Unternehmensgeschichte. Beides ist Teil derselben Strategie.
Erster Cloud-Anbieter im Treasury-Marktplatz
Das Unternehmen gab bekannt, dass seine Cloud Federal Financials-Lösung offiziell in den Marktplatz des U.S. Department of the Treasury aufgenommen wurde. Es ist das erste Mal, dass ein cloud-natives Produkt diesen Status erhält. Bundesbehörden können damit automatisierte Finanzprozesse und KI-gestützte Funktionen nutzen — betrieben in FedRAMP-zertifizierten Rechenzentren, die die strengen Sicherheitsanforderungen des öffentlichen Sektors erfüllen.
Stellenabbau als Finanzierungshebel
Parallel dazu begann Oracle mit einem globalen Stellenabbau. Laut einer Analyse von TD Cowen sollen zwischen 20.000 und 30.000 Stellen wegfallen — rund 18 Prozent der zuletzt gemeldeten Belegschaft von 162.000 Mitarbeitern. Betroffene erhielten interne Mitteilungen mit sofortiger Wirkung.
Das Ziel ist konkret: Durch den Umbau sollen acht bis zehn Milliarden Dollar freier Cashflow freigesetzt werden. Das Geld soll direkt in den Ausbau von KI-Infrastruktur und Rechenzentren fließen.
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Der Hintergrund erklärt die Dringlichkeit. Oracle hat allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 rund 58 Milliarden Dollar neue Schulden aufgenommen, die Gesamtverbindlichkeiten liegen inzwischen über 100 Milliarden Dollar. Treiber ist unter anderem ein milliardenschweres Mehrjahresabkommen mit OpenAI. Um die vertraglichen Verpflichtungen aus dem aufgeblähten Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar zu erfüllen — ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr —, könnten Investitionen von bis zu 156 Milliarden Dollar in KI-Hardware nötig werden.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Die Quartalsergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026, veröffentlicht am 10. März, übertrafen die Erwartungen: Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar gegenüber den geschätzten 1,71 Dollar, der Umsatz stieg um 21,7 Prozent auf 17,19 Milliarden Dollar. Für das laufende vierte Quartal erwartet das Management einen Non-GAAP-Gewinn zwischen 1,96 und 2,00 Dollar je Aktie.
Die Aktie legte gestern rund 4,3 Prozent zu — liegt aber seit Jahresbeginn noch immer rund 24 Prozent im Minus und notiert weit unterhalb des Hochs vom September 2025. Das Wachstum ist real, die Bewertungskorrektur auch. Wie schnell sich beides annähert, hängt davon ab, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur die erhofften Erträge liefern — die Quartalszahlen für das vierte Geschäftsquartal werden das nächste Messzeichen setzen.
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