Oracle sitzt auf einem Berg von Aufträgen, der fast die eigene Marktkapitalisierung erreicht. Die Aktie notiert aktuell bei 167,20 Euro und konnte in den letzten 30 Tagen fast 15 Prozent zulegen. Parallel dazu belasten hohe Investitionskosten und eine massive Schuldenlast die Bilanz.
Unterbewertung trifft auf Chart-Hürden
Der Software-Riese wird derzeit mit rund 552 Milliarden Dollar bewertet. Analysten von Simply Wall St sehen den fairen Wert jedoch bei fast 390 Dollar — ein theoretisches Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent. Diese Einschätzung setzt voraus, dass die Transformation zum KI-Infrastrukturanbieter reibungslos verläuft.
An der Börse sucht das Papier derweil nach einem Boden. Eine technische Unterstützung hat sich im Bereich von 192,08 Dollar gefestigt. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Hoch im September 2025, als die Aktie noch bei 345,72 Dollar notierte.
Trotz der jüngsten Stabilisierung liegt der Kurs weiterhin etwa neun Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 210,74 Dollar. Institutionelle Investoren reagieren gespalten: Während Hantz Financial Services ihre Position um fast zehn Prozent reduzierte, baute Brighton Jones sein Engagement massiv aus.
Insider-Verkäufe sorgen zusätzlich für Gesprächsstoff. Ein Vorstandsmitglied veräußerte im April 15.000 Anteile im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Dies reduzierte seinen direkten Aktienbesitz um über 80 Prozent.
Rekord-Auftragsbestand als Fundament
Das Herzstück der Investmentstory ist der vertraglich gesicherte Auftragsbestand. Dieser kletterte zuletzt auf den Rekordwert von 553 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 325 Prozent.
Maßgeblich für diesen Sprung war ein Fünfjahresvertrag mit OpenAI über 300 Milliarden Dollar. Hinzu kommt die Expansion im Industriesektor: Samsung Electronics nutzt künftig ein globales Abonnement-Modell von Oracle, um die weltweite Halbleiterentwicklung zu standardisieren.
Hohe Kosten für die KI-Infrastruktur
Der Umbau hinterlässt jedoch Spuren in der Bilanz. Oracle plant bis zum Geschäftsjahr 2028 Investitionen von 50 Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren. Die Nettoverschuldung liegt derweil bei beachtlichen 123 Milliarden Dollar.
Um die Profitabilität zu stützen, griff das Management zu drastischen Mitteln und strich schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätze. Für das vierte Quartal stellt der Vorstand einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar in Aussicht.
Der Fokus liegt nun auf dem im Juni 2026 erwarteten Geschäftsbericht. Dieser muss Aufschluss über die Skalierung der KI-Infrastruktur und die Realisierungsrate der milliardenschweren Großaufträge geben.
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