Oracle hat am Freitag seine Finanzziele für das kommende Jahr bestätigt und setzt damit ein deutliches Signal für die Fortsetzung seines Wachstumskurses. Der Softwarekonzern rechnet für das Geschäftsjahr 2027 weiterhin mit einem Jahresumsatz von 90 Milliarden US-Dollar.
Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie, der bei 8,05 US-Dollar liegen soll, bleibt bestehen. Diese Bestätigung erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen massiv von der Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) profitiert.
Dynamik im Bereich Multi-Cloud und Datenbanken
Wie das Unternehmen am Mittwoch auf einer Technologiekonferenz der Deutschen Bank ausführte, verzeichnet Oracle insbesondere im Bereich der Multi-Cloud-Lösungen eine hohe Dynamik. Das Wachstum bei Datenbanken, die über mehrere Cloud-Plattformen hinweg betrieben werden, lag im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres bei über 400 %. Ein wesentlicher Pfeiler dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit anderen großen Cloud-Anbietern. Inzwischen betreibt Oracle bereits 22 aktive Regionen auf der Plattform von Amazon Web Services (AWS), um Kunden eine flexiblere Nutzung ihrer Datenbank-Applikationen zu ermöglichen.
Parallel dazu konnte sich Oracle im Bereich der Logistik-Software positionieren. Das Marktforschungsunternehmen Gartner stufte die Oracle Fusion Cloud Supply Chain & Manufacturing im Jahr 2026 als führend ein. Medienberichten zufolge belegte der Konzern zudem Spitzenplätze in verschiedenen Anwendungsfällen für kritische Lieferketten-Funktionen, was die Relevanz der Oracle-Anwendungen über die reine Infrastruktur hinaus unterstreicht.
Technologische Expansion und Quantencomputing
Um die technologische Führungsposition auszubauen, treibt Oracle die Entwicklung neuer Rechenzentrumskapazitäten voran. Das unter dem Namen „Project Jupiter“ bekannte Vorhaben zum Bau großflächiger KI-Rechenzentren stößt am Samstag veröffentlichten Medienberichten zufolge jedoch vereinzelt auf lokalen Widerstand und strengere behördliche Prüfungen. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein Angebot in der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) um zukunftsweisende Technologien. Durch eine am 19. August angekündigte mehrjährige Partnerschaft mit dem Unternehmen Quantinuum erhalten Kunden künftig Zugriff auf Quantencomputer-Systeme wie Helios direkt über die OCI-Plattform.
Trotz der operativen Fortschritte spiegelt sich die Zuversicht des Managements noch nicht vollständig im Aktienkurs wider. Das Papier schloss am Freitag bei 130,08 Euro und notiert damit noch immer rund 56 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 294,85 Euro, das im September des Vorjahres markiert wurde. Dennoch zeigt der kurzfristige Trend nach oben: Die Aktie liegt derzeit etwa 6,1 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 122,57 Euro.
Fokus auf Systemsicherheit und Patch-Management
Ein wesentlicher Faktor für die Stabilität des Cloud-Geschäfts bleibt die Sicherheit der Systeme. Oracle veröffentlichte am 18. August ein umfangreiches Sicherheitsupdate, das insgesamt 943 Patches für 23 verschiedene Produktfamilien umfasst. Davon betroffen sind unter anderem die Oracle Database, Java SE sowie die ERP-Systeme PeopleSoft und Siebel CRM.
Die Relevanz dieser Wartungsarbeiten wurde am Dienstag durch eine Warnung der US-Cybersicherheitsbehörde CISA verdeutlicht. Die Behörde nahm eine Schwachstelle, die den Oracle HTTP Server und den WebLogic Server betrifft, in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Sicherheitslücken auf.
US-Bundesbehörden wurden angewiesen, die bereitgestellten Korrekturen umgehend zu implementieren, um potenzielle Angriffe zu verhindern. Diese Sicherheitslage unterstreicht den hohen Aufwand, den der Konzern betreiben muss, um seine weltweit vernetzte Infrastruktur gegen wachsende Cyber-Risiken zu schützen.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
