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Oracle Aktie: 30.000 Jobs für KI

Oracle streicht 18 Prozent der Belegschaft, um mit den Einsparungen eine massive Investition von 50 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur zu finanzieren. Die neue Finanzchefin muss dabei einen hohen Schuldenberg managen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Massiver Stellenabbau von rund 30.000 Mitarbeitern
  • 50 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren investiert
  • Neue Finanzchefin übernimmt bei 100 Milliarden Schulden
  • Umsatz stieg zuletzt um 22 Prozent an

Oracle vollzieht derzeit einen der radikalsten Umbrüche seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Um gewaltige Investitionen in künstliche Intelligenz zu finanzieren, trennt sich der Softwarekonzern von rund 18 Prozent seiner weltweiten Belegschaft. Gleichzeitig soll eine neue Finanzchefin den Spagat zwischen einem massiven Schuldenberg und dem teuren Ausbau der Cloud-Infrastruktur meistern.

Ende März erhielten etwa 30.000 Mitarbeiter ihre Kündigung per E-Mail. Dieser drastische Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, um Kapital für margenstarke Wachstumsbereiche freizumachen. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Management Umstrukturierungskosten von bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar ein. Analysten von TD Cowen schätzen, dass die Personalkürzungen nach vollständiger Umsetzung zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar an freiem Cashflow generieren könnten.

Milliarden für Rechenzentren

Das eingesparte Geld fließt direkt in die technologische Aufrüstung. Oracle verdoppelt seine Investitionsausgaben im laufenden Jahr auf 50 Milliarden US-Dollar, die primär in neue KI-Infrastruktur fließen. Ein zentrales Projekt ist dabei ein ein Gigawatt starkes Rechenzentrum in Michigan, das unter dem Codenamen „Stargate“ entwickelt wird.

Die Nachfrage nach diesen Kapazitäten spiegelt sich bereits in den Auftragsbüchern wider. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) kletterten im letzten Quartal um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Auch der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar, maßgeblich getrieben von einem starken Cloud-Geschäft.

Neue Finanzchefin übernimmt

Um diese kapitalintensive Phase zu steuern, hat Hilary Maxson am 6. April den Posten der Chief Financial Officer übernommen. Die 48-Jährige kommt von Schneider Electric und bringt Erfahrung aus anlagenintensiven Branchen mit. Diese Expertise wird sie dringend benötigen, da Oracle aktuell Verbindlichkeiten von über 100 Milliarden US-Dollar in der Bilanz stehen hat. Bis Ende 2026 plant das Unternehmen, weitere 45 bis 50 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen, um die Expansion zu stützen.

An der Börse sorgt der teure Umbau bislang für Zurückhaltung. Seit Jahresbeginn hat der Titel gut 23 Prozent an Wert verloren und signalisiert mit einem RSI von 31,1 eine technisch angespannte Lage. Im anstehenden vierten Quartal rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum von 18 bis 20 Prozent sowie einem Gewinn je Aktie zwischen 1,92 und 1,96 US-Dollar. Diese Zahlen müssen belegen, dass die Einsparungen aus dem Stellenabbau schnell genug greifen, um die enormen KI-Investitionen abzufedern.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.