Oracle baut seine KI-Infrastruktur massiv aus. Die Kosten dafür explodieren. Um die eigene Bilanz zu schonen, zwingt der Softwarekonzern seine Kunden nun zu einem ungewöhnlichen Schritt. Wer Rechenleistung will, muss vorab zahlen.
Milliarden für neue Rechenzentren
Das Management hat die Investitionspläne für das laufende Geschäftsjahr drastisch nach oben korrigiert. Oracle plant nun Ausgaben von rund 50 Milliarden US-Dollar. Zuvor lag das Ziel bei 35 Milliarden. Das Geld fließt primär in neue Server und Rechenzentren.
Diese gigantische Summe belastet den freien Cashflow. Die Lösung: ein neues Vorauszahlungsmodell. Bestimmte Kunden müssen Kapital bereitstellen, bevor Oracle die Hardware überhaupt aufbaut. Der Plan geht auf. Bisher hat der Konzern Verträge im Wert von über 29 Milliarden US-Dollar nach diesem Muster abgeschlossen.
Operativ liefert das Unternehmen starke Argumente für den Expansionskurs. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Das Cloud-Geschäft wuchs dabei um beeindruckende 84 Prozent.
Die vertraglich zugesicherten künftigen Einnahmen erreichen mittlerweile über eine halbe Billion US-Dollar. Dennoch agieren einige Großinvestoren vorsichtig. ProShare Advisors reduzierte seine Position zuletzt um gut sechs Prozent. Der Markt wägt das langfristige Potenzial gegen die hohe Schuldenlast ab.
An der Börse spiegelt sich dieses Spannungsfeld wider. Aktuell notiert die Oracle-Aktie bei rund 162 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 17 Prozent auf der Kurstafel. Vom Rekordhoch bei knapp 281 Euro im vergangenen September ist das Papier jedoch weit entfernt.
Umweltziele und Prognose
Parallel dazu treibt Oracle seine Umweltziele voran. In New Mexico finanziert der Konzern die Versiegelung verlassener Öl- und Gasquellen. Das Projekt mit der Well Done Foundation umfasst die Prüfung von zehn Bohrlöchern. Die zwei größten Methan-Emittenten werden komplett saniert.
Der Blick richtet sich nun auf die weitere Geschäftsentwicklung. Oracle hat die Umsatzprognose für das Jahr 2027 auf 90 Milliarden US-Dollar angehoben. Das entspricht einem anvisierten Wachstum von 34 Prozent.
Für das anstehende vierte Quartal peilt das Management einen Gewinn von bis zu 2,00 US-Dollar je Aktie an. Gelingt es Oracle, die enormen Infrastrukturkosten durch die neuen Kunden-Vorauszahlungen abzufedern, rückt das langfristige Ziel näher. Der Konzern will in den nächsten fünf Jahren 144 Milliarden US-Dollar allein mit Cloud-Diensten umsetzen.
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