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Symbolbild, KI-generiert

Oracle Aktie: 1,21 Prozent Plus am Berichtstag

S&P stuft Oracle-Kreditrating herab, während gigantische KI-Investitionen die Verschuldung auf 130 Milliarden Dollar treiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • S&P senkt Kreditrating auf BBB-
  • Schuldenberg von 130 Milliarden Dollar
  • KI-Investitionen von bis zu 95 Milliarden
  • Auftragsbestand von 638 Milliarden Dollar

Oracle notiert bei 113,54 Euro und legt am Berichtstag um 1,21 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 112,18 Euro am Vortag. Damit bewegt sich das Papier nur 1,76 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 111,58 Euro, das erst am 14. Juli 2026 markiert wurde. Vom 52-Wochen-Hoch bei 280,70 Euro vom 10. September 2025 trennen die Aktie inzwischen 59,55 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 27,3 signalisiert eine überverkaufte Lage, die 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 47,57 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32,01 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 43,94 Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte unterstreichen den Abwärtstrend: Der Kurs liegt 27,19 Prozent unter der 50-Tage-Linie und 30,89 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt von 164,29 Euro. Die Marktkapitalisierung beziffert sich noch auf 353,67 Milliarden Euro.

Rating-Herabstufung verschärft die Nervosität

Der Auslöser der jüngsten Talfahrt liegt in der Bilanz. S&P Global stufte das Kreditrating von Oracle am 9. Juli auf BBB- herab, nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Grund sind die massiv steigende Verschuldung und Zweifel an der finanziellen Stabilität des Unternehmens. Die langfristigen Schulden belaufen sich bereits auf rund 130 Milliarden US-Dollar, weitere 40 Milliarden Dollar an Fremd- und Eigenkapital sollen folgen. Der freie Cashflow drehte von plus 11,8 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2024 auf minus 23,7 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2026 ins Negative. Analyst David Desjardins warnte öffentlich, Oracle könnte der „erste Dominostein“ eines breiteren Tech-Ausverkaufs werden, sollte die Finanzierung der KI-Wette ins Wanken geraten.

Die Investitionssummen selbst sind gewaltig: Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab Oracle 55,7 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren aus, für das laufende Jahr plant der Konzern zwischen 70 und teils bis zu 95 Milliarden Dollar. Der Höhenflug der operativen Geschäftszahlen kontrastiert damit deutlich: Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 20,6 Prozent auf 19,18 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie übertraf mit 2,11 Dollar die Konsensschätzung von 1,96 Dollar. Die Cloud-Infrastruktursparte wuchs sogar um 93 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

Auftragsberg und die Abhängigkeit von OpenAI

Im Zentrum der Anlegerdebatte steht der Auftragsbestand (RPO), der im vierten Quartal um 85 Milliarden Dollar auf 638 Milliarden Dollar zulegte. Rund die Hälfte davon entfällt Berichten zufolge auf den milliardenschweren Vertrag mit OpenAI. Genau darin liegt das Risiko: OpenAI selbst erwirtschaftet nach vorliegenden Angaben etwa 25 Milliarden Dollar Jahresumsatz, schreibt aber Verluste. Oracle hat in seinen Unterlagen selbst auf das Risiko eines Zahlungsausfalls durch Kunden hingewiesen. Von den 638 Milliarden Dollar sollen laut Einschätzungen nur rund zwölf Prozent binnen zwölf Monaten in Umsatz umgewandelt werden, weitere 34 Prozent in den folgenden 24 Monaten. Für den Kapitalmarkt bedeutet das: Der Auftragsberg ist real, seine Monetarisierung aber gestreckt und riskant.

Japan-Projekt und neue KI-Produkte als Lichtblicke

Für frischen Rückenwind sorgte ein Bericht der Financial Times, wonach Oracle als Favorit für ein japanisches Regierungsprojekt für eine vom Internet abgeschottete Hochsicherheits-Cloud für Geheiminformationen gilt. Die japanische Regierung steht unter US-Druck, ihre Cybersicherheit auszubauen, und erwägt sogar einen Beitritt zum Five-Eyes-Verbund. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, auch eine Aufteilung des Auftrags gilt als möglich. Parallel stellte Oracle eine neue KI-native Entwicklungsumgebung für sogenannte Agentic Apps vor, die Unternehmen bei Orchestrierung, Governance und Audit-Funktionen von KI-Agenten unterstützen soll.

An der Wall Street bleibt das Analystenbild gespalten, tendiert aber insgesamt zu „Moderate Buy“. Bernstein sieht ein Kursziel von 325 Dollar, TD Cowen von 300 Dollar, Cantor Fitzgerald von 284 Dollar. Am unteren Rand liegen RBC mit 190 Dollar und Stephens mit lediglich 164 Dollar bei „Equal Weight“. Der Konsens-Durchschnitt bewegt sich bei rund 268 Dollar. Zwischen Zukunftshoffnung und Bilanzsorgen bleibt die Aktie damit ein Fall für risikobereite Anleger.

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