Die strategische Neuausrichtung von Ondas Holdings auf den Verteidigungssektor gewinnt an Dynamik. Während das Unternehmen vor gut drei Wochen seine Quartalszahlen vorlegte und seither einen Kursrückgang von über 16 Prozent verzeichnete, rücken nun die operativen Fortschritte im Rüstungsgeschäft in den Fokus der Anleger.
Ein bedeutender Auftrag der US-Army für tödliche unbemannte Systeme sowie ein massiv gewachsener Auftragsbestand sorgen für neues Interesse an der Aktie.
Rekord-Auftragsbestand durch militärische Nachfrage
Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Entwicklung ist ein neuer Vertrag mit der US-Army, der ein Volumen von über 50 Millionen US-Dollar umfasst. Dieser Auftrag ist Teil einer größeren Serie von Bestellungen für unbemannte Systeme, deren Gesamtwert sich inzwischen auf mehr als 240 Millionen US-Dollar beläuft.
Diese Dynamik schlägt sich deutlich in den Büchern nieder: Medienberichten zufolge ist der gesamte Auftragsbestand (Backlog) des Unternehmens auf rund 757 Millionen US-Dollar angewachsen.
Besonders die Sparte für autonome Systeme profitiert von der steigenden Nachfrage nach modernen Überwachungs- und Wirksystemen. Das Unternehmen positioniert sich hierbei zunehmend als spezialisierter Zulieferer für technologisch anspruchsvolle Militärprojekte.
Die Integration der Übernahme von Aran Defense, die mit einem Volumen von etwa 33 Millionen US-Dollar beziffert wird, unterstreicht dieses Bestreben, die technologische Basis im Verteidigungsbereich zu verbreitern.
Analysten heben die Kursziele an
Die jüngsten operativen Erfolge veranlassen Marktbeobachter zu einer positiven Neueinschätzung. Die Analysten von Oppenheimer haben ihr Kursziel für das Papier von 16 auf 18 US-Dollar angehoben und bekräftigen damit ihre optimistische Haltung. Trotz der Nettoverluste, die in einem früheren Quartalsbericht mit 88,6 Millionen US-Dollar ausgewiesen wurden, steht für die Experten das Wachstumspotenzial im Vordergrund.
Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 erreichte 83,8 Millionen US-Dollar, was nicht nur eine Steigerung um 67 Prozent gegenüber dem Vorquartal darstellt, sondern auch den Vorjahreswert um mehr als das Dreizehnfache übertrifft. Damit übertraf das Unternehmen die Konsenserwartungen der Analysten, die im Schnitt von rund 67,97 Millionen US-Dollar ausgegangen waren. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner Prognose fest und erwartet einen Umsatz zwischen 525 und 550 Millionen US-Dollar.
Marktreaktion und charttechnische Einordnung
Am gestrigen Mittwoch verzeichnete die Aktie im US-Handel zeitweise deutliche Kursgewinne von über acht Prozent. Am heutigen Donnerstag zeigt sich das Papier im deutschen Handel etwas schwächer und notiert bei 6,52 Euro, was einem Rückgang von 0,9 % entspricht. Trotz der Volatilität der vergangenen Wochen bleibt das langfristige Bild stabil: Der Titel notiert aktuell 56 % über seinem 52-Wochen-Tief.
Anleger beobachten zudem die Aktivitäten innerhalb der Führungsebene. Wie im Rahmen regulatorischer Meldungen bekannt wurde, veräußerte Direktor Cohen bereits Mitte August 7.500 Aktien zu einem Preis von 8,96 US-Dollar. Solche Transaktionen sowie der operative Cashflow, der zuletzt mit minus 86 Millionen US-Dollar gemeldet wurde, mahnen zur Vorsicht hinsichtlich der finanziellen Reichweite.
Dennoch scheint der Markt vorerst die prall gefüllten Auftragsbücher und die Expansion im Rüstungsmarkt höher zu gewichten als die kurzfristige Cash-Burn-Rate. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effizient Ondas den hohen Auftragsbestand in profitables Wachstum ummünzen kann.
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