Ondas Holdings will mit der Übernahme des deutschen Flugzeugherstellers Stemme die Produktion seiner ULTRA-Aufklärungsflugzeuge ausbauen. Die heute angekündigte Vereinbarung soll den Weg zu zehn Flugzeugen pro Monat bis 2028 ebnen. Für Anleger steht damit die Umsetzung eines konkreten Produktionsziels im Mittelpunkt: Ondas will bestehende deutsche Kapazitäten mit einem Ausbau in den USA verbinden.
Barkauf mit ausstehender Genehmigung
Nach Unternehmensangaben umfasst die vereinbarte Bartransaktion 100 Prozent der Stemme GmbH. Ondas erwartet den Abschluss im ersten Quartal 2027. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und üblicher Abschlussbedingungen.
Stemme stellt die Flugzeugzelle für ULTRA her. Mit dem geplanten Erwerb würde Ondas damit einen Hersteller eines zentralen Bestandteils des Flugzeugs übernehmen. Das Vorhaben verbindet den Zukauf mit dem angekündigten Produktionsausbau; abgeschlossen ist die Transaktion noch nicht.
Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht. Damit lässt sich die finanzielle Größenordnung der Übernahme bislang nicht beurteilen. Die Barzahlung ist als Transaktionsform vereinbart, während die angestrebte Produktionsrate ein Zukunftsziel bleibt.
Freie Kapazitäten in Deutschland
Die Stemme-Werke in Strausberg und Pasewalk umfassen rund 135.571 Quadratfuß und nutzen derzeit etwa 25 Prozent ihrer Kapazität. Zusätzlich plant Ondas 345.000 Quadratfuß Produktionsfläche in den USA.
Die geringe Auslastung zeigt Spielraum an den bestehenden deutschen Standorten. Sie belegt allerdings noch nicht, wie schnell Ondas die angestrebte Fertigungsrate erreichen kann. Dafür muss das Unternehmen den geplanten Kapazitätsausbau in tatsächliche Produktion überführen.
ULTRA ist nach Angaben von Ondas bereits bei der US Air Force im Einsatz. Das Flugzeug erreicht eine Flugzeit von über 70 Stunden und trägt mehr als 400 Pfund Nutzlast.
Der militärische Einsatz bildet den operativen Hintergrund des Vorhabens. Für die Bewertung der Expansion ist jedoch die Unterscheidung zwischen einem bereits eingesetzten Produkt und einer erst angestrebten Produktionsmenge entscheidend. Die Übernahme soll die industrielle Grundlage verbreitern; sie ist noch kein Nachweis für das Erreichen des Fertigungsziels.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Den nächsten Einblick in die Geschäftsentwicklung erwartet Ondas am 12. November vor Börsenöffnung zu geben. Die begleitende Telefonkonferenz ist für 8:30 Uhr ET vorgesehen.
Der Termin bietet Anlegern Gelegenheit, die jüngsten Geschäftszahlen neben die angekündigte Expansion zu stellen. Dabei sind Umsatzentwicklung und Ergebnis getrennt zu betrachten: Ein höheres Geschäftsvolumen allein belegt noch keine Profitabilität.
Für das dritte Quartal 2026 erwarten Analysten einen Umsatz von 148,04 Mio. US-Dollar und einen Verlust von 0,129 US-Dollar je Aktie. Das sind Konsensschätzungen, keine gemeldeten Ergebnisse.
Die Stemme-Vereinbarung konkretisiert somit Ondas’ Produktionspläne. Für Anleger bleiben der genehmigte Abschluss, die Umsetzung des Kapazitätsausbaus und die finanzielle Entwicklung die entscheidenden Prüfsteine.
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