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Symbolbild, KI-generiert

Ondas Holdings Aktie: Aufträge-Bluff?

Ondas verbuchte seit Ende Juni mehr als 270 Millionen Dollar an Aufträgen; profitable Auslieferungen und Erträge bleiben abzuwarten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragseingänge seit Juni über 270 Millionen Dollar
  • Aktie seit Jahresbeginn 22 Prozent im Minus
  • Regna AI bleibt zunächst vollständig Ondas-eigen
  • Analysten nennen Kursziele von 14 und 25 Dollar

Die Diskrepanz bei Ondas Holdings könnte derzeit kaum größer sein. Während das Unternehmen einen Rekordauftrag nach dem anderen vermeldet und Analysten astronomische Kursziele ausrufen, spiegelt der Aktienkurs an den Handelsplätzen ein gänzlich anderes Bild wider.

Mit einem aktuellen Kurs von 5,68 € und einem Verlust von 22 Prozent seit Jahresanfang herrscht bei den Anlegern spürbare Zurückhaltung. Für mich stellt sich damit die entscheidende Frage: Verkennt der Markt hier eine fundamentale Trendwende oder preisen die Investoren zu Recht erhebliche Umsetzungsrisiken ein?

Volle Auftragsbücher treffen auf verhaltene Bewertung

Blickt man rein auf die nominalen Zuwächse im Verteidigungsgeschäft, liefert Ondas auf den ersten Blick eine beachtliche Dynamik ab. Das Unternehmen sicherte sich von der zweiten Augusthälfte bis zum 1. Oktober Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 165 Millionen $. Zusammengenommen mit den rund 105 Millionen $ aus einer früheren Phase des dritten Quartals summieren sich die seit dem 30. Juni verbuchten Aufträge auf über 270 Millionen $.

Das ist für ein Unternehmen dieser Größenordnung zweifellos eine beachtliche Hausnummer. Zudem verzeichnet das Unternehmen Fortschritte bei Programmen wie ULTRA, das als Kandidat für ein offizielles „program-of-record“ des U.S. Department of War gilt, sowie beim System IonStrike.

Dennoch honorieren die Aktionäre diesen Zufluss bislang kaum. Warum reagiert der Markt so kühl auf diese Schlagzeilen?

Meines Erachtens liegt die Erklärung im tief sitzenden Misstrauen gegenüber der operativen Hebelwirkung. Ein hoher Auftragsbestand auf dem Papier ist das eine, die fristgerechte, margenstarke Auslieferung das andere.

Die Anleger wollen handfeste Belege sehen, dass sich diese Volumina tatsächlich in steigenden Cashflows und nachhaltiger Profitabilität niederschlagen. Bis dieser Nachweis erbracht ist, dürfte jede Rally an engen charttechnischen Grenzen scheitern.

Fantasie durch Partnerschaften und offene Fragen

Zusätzliche Aufmerksamkeit zog die Ausgründung von Regna AI auf sich. Das eigenständige Unternehmen befindet sich zunächst vollständig im Besitz von Ondas und nutzt Technologie von Palantir. Die Fantasie rund um künstliche Intelligenz und militärische Datenverarbeitung liegt damit auf der Hand.

Der Dämpfer folgte jedoch auf dem Fuße. Ondas selbst tritt vorerst als erster Kunde auf, während in der Ankündigung weder ein konkreter Vertragswert noch ein erwarteter Umsatzbeitrag genannt wurden. Für Außenstehende bleibt damit völlig unklar, wann und in welchem Umfang externes Geld in diese Struktur fließen wird. Ein solcher Schritt weckt Hoffnungen, liefert aber kurzfristig keine verlässlichen Erträge.

Flankiert wird dieses Gefüge durch technologische Fortschritte im klassischen Rüstungssegment. So erhielt die Unternehmenstochter BIRD Aerosystems eine EASA-Zertifizierung für ihr bordgestütztes Raketenschutzsystem auf einer Bombardier Global 7500. Parallel dazu ging über Bron Technologies ein Auftrag über 56 Millionen $ für Sicherheits- und Schärfvorrichtungen im Bereich europäischer Loitering-Munition ein.

Das technologische Portfolio gewinnt also unbestreitbar an Kontur. Doch der Markt verlangt jetzt nach einer Konsolidierung der vielen Einzelteile, statt sich von Ankündigungswellen mitreißen zu lassen.

Was die Kursziele der Analysten wirklich bedeuten

Trotz der verhaltenen Kursreaktion zeigen sich Fachbeobachter auffallend optimistisch. Am 5. Oktober initiierte Analyst Trevor Walsh von Citizens die Beobachtung mit der Einstufung „Market Outperform“ und rief ein Kursziel von 14 $ aus.

Noch deutlich weiter lehnte sich Amit Dayal von H.C. Wainwright aus dem Fenster. Der Analyst bekräftigte Medienberichten zufolge am Montag seine Kaufempfehlung und hält an einem ambitionierten Kursziel von 25 $ fest.

Solche Preisspannen klingen verlockend und suggerieren ein gewaltiges Aufholpotenzial. Doch Anleger sollten diese Marken mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten. Analystenmodelle basieren oft auf idealisierten Annahmen über künftige Margen und reibungslose Produktionsanläufe. Trifft diese Entwicklung nicht punktgenau ein, sind abrupte Zielkorrekturen die Regel.

Wertendes Fazit für Anleger

Unterm Strich steht Ondas Holdings an einer richtungsweisenden Weggabelung. Die gemeldeten Aufträge von über 270 Millionen $ bieten zweifellos eine solide Basis, um das operative Geschäft fundamental neu zu skalieren. Auch die technologischen Partnerschaften besitzen Potenzial.

Gleichzeitig bleibt das Risiko für Aktionäre greifbar.

Solange Ondas nicht den Beweis antritt, dass aus Auftragsmeldungen planbare und profitable Erlöse entstehen, bleibt das Papier vor allem ein Wert für spekulative Gemüter. Die Chancen mögen zunehmen, doch geschenkt wird Anlegern dieser Aufschwung keineswegs.

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Diskussion zu Ondas Holdings

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