Ondas Holdings greift tief in die Tasche und kauft sich in ein Nischensegment der Rüstungsindustrie ein, das gerade explosionsartig wächst. Für bis zu 390 Millionen Dollar übernimmt das Unternehmen die israelische GATE Technologies und die polnische Bron Technologies — zwei Spezialisten für elektronische Zünd- und Sicherungssysteme in Präzisionswaffen.
Zünder statt Drohnen
GATE Technologies, gegründet 2006, entwickelt sogenannte Electronic Safe & Arm Devices. Diese Bauteile sichern Munition während Lagerung und Transport und aktivieren die Sprengfunktion erst im richtigen Moment. Die Technologie steckt bereits in dutzenden Waffensystemen weltweit, von Raketen über Marschflugkörper bis zu Loitering Munitions — jenen autonomen Wirkmitteln, die im Flug ihre Mission ändern oder abbrechen können.
Der Kaufpreis setzt sich aus 205 Millionen Dollar Sofortzahlung und bis zu 185 Millionen Dollar erfolgsabhängiger Earn-out-Zahlung bis 2028 zusammen. Von den 205 Millionen Dollar fließen 105 Millionen in bar, der Rest in Ondas-Aktien. Das Management rechnet mit mehr als 130 Millionen Dollar zusätzlichem Adjusted-EBITDA aus dem zugekauften Geschäft bis 2028.
Wachstumsmarkt mit Lieferkettenengpass
Die Rechnung hinter dem Deal: Der globale Markt für Loitering Munitions soll laut Marktforschern von rund 5,4 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 13,3 Milliarden Dollar im Jahr 2030 wachsen.
Jede produzierte Munition braucht ein Sicherungs- und Zündsystem — und genau hier will Ondas mitverdienen. Für GATE selbst kalkuliert das Unternehmen mit 65 Millionen Dollar Umsatz im laufenden Jahr, der bis 2028 auf 180 Millionen Dollar steigen soll.
Strategisch wichtig ist die geografische Aufstellung: Rund 80 Prozent der GATE-Erlöse stammen von Kunden außerhalb des Nahen Ostens, die Produktion in Israel und Polen läuft nicht unter US-Exportkontrollen. Damit öffnet sich der Zugang zu europäischen und NATO-Programmen ohne die üblichen ITAR-Hürden. Eine eigene US-Fertigung soll ab der ersten Hälfte 2027 hinzukommen, um auch Programme mit heimischen Beschaffungsvorgaben zu bedienen.
Im Zuge der Transaktion genehmigte Ondas außerdem Aktienoptionen für 41 neu eingestellte Mitarbeiter zu einem Ausübungspreis von 7,23 Dollar. Die Details zur Finanzierung und den genauen Vertragsbedingungen sollen in einer Meldung an die US-Börsenaufsicht folgen. Für Ondas markiert der Zukauf einen weiteren Schritt weg vom reinen Drohnengeschäft hin zu einem integrierten Anbieter kompletter Präzisionswaffen-Architekturen.
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