Ein Drittel des frei handelbaren Aktienbestands ist leerverkauft. Gleichzeitig meldet Ondas Holdings einen Auftragsschub im Verteidigungsgeschäft. Diese Mischung treibt die Aktie am Freitag um 5,12 Prozent auf 6,78 Euro nach oben.
Der Kurs bleibt trotz der Erholung tief im roten Bereich. Ondas notiert 18,70 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und hat in den vergangenen 30 Tagen rund 32 Prozent verloren. Vom Jahreshoch bei 13,02 Euro aus dem Januar trennen die Aktie inzwischen fast 48 Prozent.
Ein Drittel des Streubesitzes wettet gegen die Aktie
Aktuelle Daten zeigen 167,52 Millionen leerverkaufte Aktien. Das entspricht 32,70 Prozent des Streubesitzes. Am Mittwoch wechselten 88,57 Millionen Aktien den Besitzer, 131 Prozent des 65-Tage-Durchschnitts.
Dieses Handelsvolumen entspricht etwa 53 Prozent der gemeldeten Shortpositionen. Für Trader ist das ein Warnsignal in beide Richtungen. Hält der Kaufdruck an, könnten Leerverkäufer gezwungen sein, ihre Positionen einzudecken – und damit den Kursanstieg zusätzlich beschleunigen. Genau dieses Muster scheint sich am Freitag zu zeigen.
Registrierte Aktien belasten die Stimmung, aber kaum das Volumen
Ein Teil der jüngsten Kursschwankungen geht auf eine Unterlage aus dem Juni zurück. Ondas hatte am 26. Juni beim Wertpapierregulierer 3.378.084 Aktien für den Weiterverkauf registrieren lassen. Die Aktien stehen Anteilseignern aus den Übernahmen von Omnisys und World View zu. Erlöse aus diesen Verkäufen fließen nicht an Ondas selbst.
Die Verkaufsmöglichkeiten sind allerdings eng begrenzt. Omnisys-Aktionäre dürfen täglich maximal 15 Prozent des 10-Tage-Durchschnittsvolumens verkaufen. Einige World-View-Aktionäre unterliegen sechs Monate lang einer Tagesgrenze von 5 Prozent.
Insgesamt macht das freigegebene Aktienpaket nur 0,64 Prozent der insgesamt 526,54 Millionen ausstehenden Aktien aus. Das entspricht rund 3,8 Prozent des Handelsvolumens vom Mittwoch – ein kleiner Posten, der die Stimmung zu Wochenbeginn dennoch belastete.
Auftragseingang zieht weiter an
Unter der Oberfläche der Kursschwankungen wächst das Auftragsbuch spürbar. Im Juni verbuchte Ondas Bestellungen für autonome Verteidigungstechnik im Wert von über 40 Millionen Dollar. Damit summieren sich die Aufträge im laufenden zweiten Quartal auf mehr als 150 Millionen Dollar.
CEO Eric Brock führt das Tempo der Bestellungen auf steigende Nachfrage nach autonomer Verteidigungstechnologie zurück. Co-CEO Oshri Lugassy betont, Systeme gegen unbemannte Flugobjekte gehörten weiterhin zu den dringendsten Anforderungen im Markt.
Hinzu kommt eine Kooperation mit einem der größten Rüstungskonzerne. Ondas‘ Anti-Drohnen-Sparte Sentrycs bringt ihre Cyber-over-RF-Technologie in die Sanctum-Plattform von Lockheed Martin ein. Das verschafft der Tochterfirma Zugang zu einer der bekanntesten Abwehrplattformen gegen Drohnen.
Bewertung bleibt trotz Kursrückgang hoch
Selbst nach dem scharfen Rücksetzer der vergangenen 30 Tage ist Ondas kein günstiges Papier. Der Börsenwert liegt bei 4,14 Milliarden Dollar – etwa dem 10,6-Fachen des eigenen Umsatzziels von mindestens 390 Millionen Dollar für 2026.
Diese Prämie erklärt, warum die Aktie in beide Richtungen zu heftigen Ausschlägen neigt. Eine große Shortposition, ein wachsendes Auftragspolster und eine Bewertung, die viel künftiges Wachstum vorwegnimmt – diese Kombination sorgt für Nervosität auf beiden Seiten des Handels.
Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei fast 107 Prozent. Zum Vergleich: Die Aktie notiert aktuell 352,60 Prozent über ihrem Jahrestief von 1,50 Euro aus dem vergangenen Juli. Mit der verkürzten Handelswoche rund um den Feiertag dürfte die Schwankungsbreite hoch bleiben – Bullen setzen auf den Squeeze, Bären auf das Verwässerungsrisiko aus den registrierten Aktien.
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