Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Ondas Holdings klaffen Realität und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Das Unternehmen meldet massive Auftragseingänge. Die Aktie fällt trotzdem auf ein Sechsmonatstief. Leerverkäufer und Angst vor Verwässerung drücken den Kurs.
Umsatzziele fest im Blick
Im zweiten Quartal sammelte das Management Aufträge im Wert von über 150 Millionen Dollar ein. Allein im Juni lag das Volumen bei rund 40 Millionen Dollar.
Das stützt die ehrgeizige Prognose des Vorstands. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Unternehmen mindestens 390 Millionen Dollar Umsatz an. Im ersten Quartal standen bereits gut 50 Millionen Dollar in den Büchern.
An der Börse spiegelt sich dieses Wachstum nicht wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 6,65 Euro. Auf Monatssicht verlor das Papier rund 27 Prozent. Damit notiert der Kurs fast die Hälfte unter seinem Jahreshoch aus dem Januar.
Leerverkäufer dominieren den Handel
Extreme Volatilität prägt derzeit das Chartbild. In nur vier Handelstagen wechselten 315,5 Millionen Aktien den Besitzer. Das entspricht rund 60 Prozent aller ausstehenden Papiere.
Ein massiver Anteil davon geht auf Leerverkäufer zurück. Diese halten aktuell knapp 33 Prozent der frei handelbaren Aktien. Hinzu kommen Insiderverkäufe. Auch die geplante Registrierung von 6,7 Millionen neuen Aktien zum Wiederverkauf sorgt für Abgabedruck. Die Folge: Investoren fürchten eine Verwässerung.
Neue Drohnen und eine Übernahme
Operativ baut Ondas seine Präsenz im Verteidigungssektor zielstrebig aus. Die Tochtergesellschaft Sentrycs hat ihre Funktechnik erfolgreich in ein System von Lockheed Martin integriert. Parallel dazu bringt der Konzern zwei neue Drohnenplattformen für den europäischen Markt heraus.
Auch anorganisch wächst das Unternehmen. Ondas übernimmt den Spezialisten Cyberhawk für rund 125 Millionen Dollar. Der Deal soll im dritten Quartal über die Bühne gehen. Im ersten Jahr nach der Übernahme erwartet das Management dadurch 45 Millionen Dollar zusätzlichen Umsatz.
Das finanzielle Polster für diese Expansion ist vorhanden. Der Konzern sitzt auf komfortablen Barreserven von 1,48 Milliarden Dollar.
Ein RSI-Wert von 36,7 zeigt charttechnisch eine überverkaufte Situation an. Im August präsentiert Ondas Holdings den Bericht zum zweiten Quartal. Dann muss das Management beweisen, wie viel echter Gewinn in den Rekordaufträgen steckt. Bestätigt der Vorstand den Ausblick, könnte das die Leerverkäufer massiv unter Druck setzen.
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