Vergangene Woche erzielte das Unternehmen Aufträge über mehr als 30 Millionen Dollar – allein im Mai. Damit summiert sich das Ordervolumen für das zweite Quartal auf über 110 Millionen Dollar. Die Nachfrage konzentriert sich auf Verteidigungs-, Sicherheits- und Autonomieplattformen, darunter Loitering-Munition, C-UAS-Systeme und Roboterplattformen. Management und Markt reagierten entsprechend: Die Aktie legte auf Wochensicht rund 44 Prozent zu – der 50-Tage-Durchschnitt von 8,61 Euro wurde dabei klar überboten. Die Jahresrendite aus 12-Monatssicht beläuft sich auf über 1.140 Prozent.
Software statt Hardware
Der eigentliche Paukenschlag der Woche aber war struktureller Natur. Mit der abgeschlossenen Integration des israelischen KI-Spezialisten Omnisys wandelt sich Ondas von einem Hardware-Anbieter für Drohnen und Funknetze zu einem Software-getriebenen Verteidigungskonzern. Die Plattform namens „SkyWeaver“ orchestriert künftig Luftabwehr, Aufklärung und autonome Bodenoperationen aus einem Betriebssystem.
Das verändert auch die Zahlen. Der Vorstand zog das Ziel für bereinigtes EBITDA auf das erste Quartal 2027 vor und hob die Jahresprognose 2026 auf mindestens 390 Millionen Dollar Umsatz an. Im ersten Quartal hatte Ondas bereits einen Nettogewinn von 361,3 Millionen Dollar ausgewiesen – eine radikale Kehrtwende zu den Vorjahresverlusten. Die liquiden Mittel und Investitionen liegen bei rund 1,48 Milliarden Dollar.
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Bewertung zwischen Euphorie und Vorsicht
Aus technischer Sicht notiert die Aktie klar über den gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage. Der RSI von 32,7 signalisiert allerdings keine Überhitzung – eher Abkühlung nach dem jüngsten Anstieg. Die Marktkapitalisierung pendelt zwischen 6,6 und 6,7 Milliarden Dollar, das 52-Wochen-Hoch von 12,04 Euro ist nur sechs Prozent entfernt.
Analysten sehen in der Software-Strategie den entscheidenden Treiber für den Wachstumspfad 2026. Allerdings sorgt eine kürzlich eingereichte Shelf-Registrierung über 29 Millionen Dollar für Diskussionen – das Risiko einer Verwässerung bleibt präsent, auch wenn der aktuelle Cash-Bestand milliardenschwer ist.
Die entscheidenden Wochen kommen: Ab Januar 2027 soll Ondas profitabel arbeiten. Gelingt der Sprung, dürfte die Aktie ihren Höhenflug fortsetzen. Ein schwaches drittes Quartal könnte dagegen den jüngsten Optimismus rasch dämpfen. Die Spannung bleibt – aber diesmal mit Substanz.
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