On Holding besinnt sich auf seine Wurzeln, um die aktuelle Vertrauenskrise an der Börse zu bewältigen. Mit der Rückkehr der Mitgründer David Allemann und Caspar Coppetti an die operative Spitze reagiert das Unternehmen auf eine Phase, in der das einstige Rekordwachstum spürbar an Dynamik verliert. Das Gründer-Duo übernimmt zum 1. Mai 2026 die Positionen als Co-CEOs und löst damit Martin Hoffmann ab, der nach fünf Jahren an der Spitze des Sportartikelherstellers zurücktritt.
Umbau in schwierigem Fahrwasser
Der Wechsel im Management ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Neben der neuen Doppelspitze steigt Scott Maguire zum President und Chief Operating Officer (COO) auf. Zudem übernimmt Frank Sluis ab Mai die Rolle des Finanzvorstands. Diese personelle Rochade erfolgt in einem Moment, in dem die Euphorie der vergangenen Jahre verflogen ist.
Die Skepsis der Anleger ist deutlich spürbar. Am Donnerstag verlor die Aktie über 7 Prozent und markierte bei 28,30 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Damit hat das Papier seit seinem Höchststand im Mai 2025 fast die Hälfte an Wert eingebüßt. Obwohl On im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über 3 Milliarden Schweizer Franken und eine Rekord-Bruttomarge erzielte, scheint das Vertrauen in die künftige Wachstumsstory angeknackst.
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US-Markt und Zölle als Bremsklötze
Hinter dem Kursverfall stehen handfeste wirtschaftliche Sorgen. Besonders die USA, der wichtigste Absatzmarkt für die Schweizer, bereiten Probleme. Eine eingetrübte Konsumstimmung trifft hier auf eine veränderte Zoll-Landschaft, was die Margen unter Druck setzt. Marktbeobachter interpretieren die Rückkehr der Gründer daher als Versuch, die globale Expansion unter direkterer Kontrolle wieder zu beschleunigen.
Allerdings stellt sich die Frage, ob der Fokus auf die Markenidentität ausreicht, um gegen die erstarkte Konkurrenz etablierter Branchengrößen zu bestehen. Die Analystenmeinungen bleiben gespalten: Während einige Institute das Potenzial der Marke weiterhin positiv bewerten, warnen andere vor der hohen Wettbewerbsintensität und dem zunehmenden Margendruck.
Die nächste wichtige Wegmarke ist die Hauptversammlung am 28. Mai 2026, auf der die Aktienumwandlung des scheidenden CEOs Hoffmann formalisiert werden soll. Für Investoren beginnt die operative Bewährungsprobe jedoch bereits am 1. Mai. Dann muss die neue Führung beweisen, dass sie die strukturellen Probleme im US-Geschäft lösen und das Wachstum stabilisieren kann.
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