OMV setzt bei seiner aktuellen Unternehmensstrategie auf eine zweigleisige Entwicklung: den massiven Ausbau der Wasserstoffkapazitäten in Südosteuropa und die gleichzeitige Sicherung der Erdgasversorgung in Niederösterreich.
Während der Konzern in der rumänischen Raffinerie Petrobrazi die Produktion von grünem Wasserstoff signifikant steigert, rückt der Gasfund in Wittau als wichtigster heimischer Energieträger der letzten Jahrzehnte in den Fokus.
Kapazitätssprung in der rumänischen Raffinerie
In Rumänien hat die Tochtergesellschaft OMV Petrom einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Elektrolyse-Kapazitäten erreicht. Medienberichten zufolge wurden am Standort Petrobrazi sieben Module für einen neuen 35-Megawatt-Elektrolyseur angeliefert. Durch diese Erweiterung steigt die Gesamtkapazität für grünen Wasserstoff an der Raffinerie auf insgesamt 55 Megawatt.
Der dort erzeugte Wasserstoff soll primär für die Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) sowie hydriertem Pflanzenöl (HVO) verwendet werden. Eine entsprechende Anlage mit einer Kapazität von 250.000 Tonnen pro Jahr befindet sich derzeit im Bau. Das Projekt zur Kapazitätserweiterung wird mit rund 29 Millionen Euro aus europäischen Fördergeldern unterstützt und soll künftig etwa 4.700 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr liefern.
Strategische Bedeutung des Standorts Niederösterreich
Parallel zur internationalen Expansion festigt OMV seine Stellung im heimischen Markt. Im Fokus steht dabei das Gebiet um Gänserndorf, wo das Unternehmen rund 1.000 Sonden betreibt. Der im Jahr 2023 entdeckte Gasfund in Wittau gilt als der bedeutendste Fund in Österreich seit 40 Jahren. Die Bohrungen in einer Tiefe von 5.000 Metern versprechen in einer ersten Phase eine Liefermenge von 11 Terawattstunden.
Das volle Potenzial des Feldes wird auf bis zu 48 Terawattstunden geschätzt. Damit könnte OMV seinen Beitrag zum österreichischen Gasverbrauch, der aktuell bei rund 7 % liegt, künftig verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert der Konzern jährlich rund 150 Millionen Euro in seine österreichischen Förderstandorte und beschäftigt allein in der betroffenen Region 444 Mitarbeiter.
Modernisierung und ökologische Transformation
Neben der Förderung setzt OMV auf technische Modernisierungen, um die Klimaziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2028 sollen durch die Umstellung auf elektrische Kompressoren jährlich rund 70.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort: Eine Photovoltaikanlage liefert bereits 14,8 Gigawattstunden CO2-neutralen Strom für den Eigenbedarf der Förderanlagen.
An der Börse wird die operative Entwicklung des Konzerns positiv aufgenommen. Die Aktie legte gestern um 2,0 % zu und schloss bei 70,00 Euro. Damit setzt sich die übergeordnete Aufwärtsbewegung fort, die dem Papier seit Jahresanfang bereits ein Plus von 48 % bescherte.
Der Kurs notiert damit nur noch knapp unter seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch. Bereits vor gut drei Wochen sorgte das Halbjahresergebnis 2026 für deutliche Kursgewinne, seitdem konnte der Wert um weitere 9,4 % zulegen.
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