Die OMV-Tochter OMV Petrom hat ihre Raffinerie in Petrobrazi modernisiert. Eine brandneue Aromatenanlage ersetzt eine Einheit aus dem Jahr 1961. Kostenpunkt: rund 140 Millionen Euro.
Die Anlage produziert jährlich 150.000 Tonnen Toluol und Benzol. Beide sind wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie, etwa für Farben und Klebstoffe. Allein bei Toluol steigt die Kapazität um 50.000 Tonnen auf rund 100.000 Tonnen pro Jahr.
Millionen-Programm für nachhaltige Kraftstoffe
Die Investition ist nur ein Baustein im größeren Bild. Seit der Privatisierung hat OMV Petrom über zwei Milliarden Euro in die Petrobrazi-Raffinerie gesteckt. Gleichzeitig treibt das Unternehmen ein weiteres Großprojekt voran: eine Produktionseinheit für nachhaltige Flugkraftstoffe und hydriertes Pflanzenöl, inklusive grüner Wasserstoff-Komponente.
Das Volumen: rund 750 Millionen Euro. Ziel ist es, der erste große Produzent nachhaltiger Kraftstoffe in Südosteuropa zu werden.
Die OMV-Konzernstrategie „2030“ hat die Richtung vorgegeben: vom integrierten Öl-, Gas- und Chemiekonzern zum Anbieter nachhaltiger Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien. Die Klimaneutralität soll bis 2050 erreicht sein.
Aktie im Sog des Ölpreises
Während die Tochter investiert, steht die OMV-Aktie unter Druck. Am Dienstag notierte sie bei 54,50 Euro, ein Minus von 2,50 Prozent zum Vortag. Über 30 Tage summiert sich der Verlust auf knapp 13 Prozent.
Der RSI liegt bei 31,9 Punkten – das ist nahe der überverkauften Zone. Die Aktie notiert 8,9 Prozent unter ihrem 50-Tage-Schnitt, aber immer noch 2,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht bleibt der Kurs mit gut 19 Prozent im Plus.
Der Markt scheint die langfristigen Investitionen der OMV derzeit weniger zu würdigen. Das könnte sich ändern, sobald die neuen Anlagen Gewinne abwerfen. Die Petrobrazi-Modernisierung jedenfalls ist technisch abgeschlossen.
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