Startseite » Dividenden » OMV: Hauptversammlung 27. Mai mit 4,40-Euro-Dividende

OMV: Hauptversammlung 27. Mai mit 4,40-Euro-Dividende

OMV erwartet starken Gewinnanstieg, kämpft aber mit Lieferkettenproblemen und Produktionsausfällen in Abu Dhabi.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutlicher Gewinnsprung je Aktie erwartet
  • Absicherungsverluste durch Nahost-Konflikt
  • Produktionsstopp in Ruwais nach Angriff
  • Börsengang von Borouge auf 2027 verschoben

Starke Gewinnaussichten treffen auf geopolitische Rückschläge. Bei OMV ballen sich in dieser Woche die Ereignisse. Der Energiekonzern legt am Mittwoch seine Quartalszahlen vor. Dabei muss das Management gleich mehrere Krisenherde moderieren.

Hohe Erwartungen, teure Krisen

Analysten rechnen zum Jahresstart mit einem kräftigen Wachstum. Der Gewinn je Aktie soll von 0,44 Euro auf 1,32 Euro klettern. Den erwarteten Umsatz taxiert der Markt auf knapp acht Milliarden Euro.

Hinter diesen Prognosen verbergen sich teure Belastungen. Lieferkettenprobleme im Nahen Osten verursachen einmalige Absicherungsverluste von rund 100 Millionen Euro. Niedrigere Endkundenmargen und geplante Raffineriestillstände kosten weitere 150 Millionen Euro.

Die Blockade der Straße von Hormus zwang OMV sogar zum Handeln. Der Konzern griff auf die österreichische Pflichtnotstandsreserve zurück. Das Wirtschaftsministerium gab dafür 56.000 Tonnen Rohöl frei. Das Öl fließt direkt in die Raffinerie Schwechat.

Rückschlag in Abu Dhabi

Das neue Chemie-Joint-Venture Borouge International bereitet ebenfalls Sorgen. Ein iranischer Angriff beschädigte Anfang April die Produktionsanlagen im Industriegebiet Ruwais. Herabfallende Trümmerteile erzwangen einen Produktionsstopp.

Trotz der Sperrung wichtiger Seewege exportiert das Unternehmen weiter. Borouge nutzt dafür alternative Routen. Das Management erwartet ab dem zweiten Quartal einen Ergebnisbeitrag von rund 140 Millionen Euro.

Die geopolitische Lage verzögert den Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens. OMV und Partner ADNOC verschieben das Listing auf 2027. Die Folge: Der geplante Dividendenbeitrag von Borouge halbiert sich vorerst. Aktionäre kostet das im kommenden Jahr bis zu 0,70 Euro je Aktie.

Dividende und Analystenskepsis

Für das abgelaufene Geschäftsjahr steht zunächst eine hohe Ausschüttung an. Auf der Hauptversammlung Ende Mai schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro vor. Darin ist eine Sonderdividende von 1,25 Euro enthalten.

Am Aktienmarkt kühlt die Stimmung derweil ab. Die Investmentbank RBC Capital Markets stufte OMV kürzlich auf „Underperform“ herab. Die Analysten senkten das Kursziel auf 46 Euro. Sie verweisen auf branchenweite Überkapazitäten im Chemiesektor.

Die OMV-Aktie ging am Freitag bei 58,10 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier exakt auf der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein sattes Plus von rund 20 Prozent auf der Anzeigetafel.

Am 30. April muss das Management nun Transparenz schaffen. Der Markt fordert klare Aussagen zur Dauer der Produktionsausfälle in Ruwais. Eine Stabilisierung der Aktie hängt davon ab, ob der Vorstand die Sonderbelastungen glaubhaft als einmalig einordnen kann.

Diskussion zu Omv

Omv Chart