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OMV: Delaney übernimmt zum 1. September

Österreichischer Ölkonzern OMV holt mit Emma Delaney eine BP-Veteranin an die Spitze. Die Aktie legt zu, während der Börsengang in Abu Dhabi verschoben wird.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Erste Frau an der OMV-Spitze
  • Rückgriff auf staatliche Ölreserven
  • Aktie mit 21 Prozent Jahresplus
  • Börsengang in Abu Dhabi verschoben

Die Straße von Hormus ist dicht. Ein geopolitischer Stresstest. Mitten in dieser Krise vollzieht der österreichische Energiekonzern OMV einen historischen Führungswechsel. Emma Delaney übernimmt das Ruder und erbt ein Unternehmen im Ausnahmezustand.

Um die heimischen Raffinerien am Laufen zu halten, greift OMV auf staatliche Notreserven zurück. Der Konzern kaufte 56.000 Tonnen Rohöl aus österreichischen Beständen. Das entspricht etwa zwei Prozent der nationalen Krisenreserve. Das Öl fließt in die Raffinerie Schwechat und dient rein der Inlandsversorgung. Die Maßnahme ist Teil einer koordinierten Aktion der Internationalen Energieagentur.

Neue Spitze mit BP-Erfahrung

Ab dem 1. September 2026 führt Emma Delaney den Konzern. Sie ist die erste Frau an der OMV-Spitze. Delaney bringt drei Jahrzehnte Erfahrung vom britischen Ölriesen BP mit. Dort verantwortete sie zuletzt einen globalen Geschäftsbereich mit tausenden Mitarbeitern. Sie löst den bisherigen Chef Alfred Stern ab.

Delaney übernimmt einen Konzern im Umbruch. OMV wandelt sich vom klassischen Ölförderer zum integrierten Chemieunternehmen. Parallel dazu verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von Finanzchef Reinhard Florey. Er rückt zusätzlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf.

Starke Zahlen, verschobener Börsengang

An der Börse kommt die Entwicklung gut an. Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 58,55 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf beachtliche 21 Prozent.

Am 30. April präsentiert das Management die Zahlen für das erste Quartal. Analysten rechnen im Schnitt mit einem kräftigen Gewinnsprung auf 1,32 Euro je Aktie.

Ein kleiner Rückschlag betrifft die Strategie in Abu Dhabi. Der geplante Börsengang des Joint Ventures Borouge verschiebt sich wegen Marktschwankungen auf das Jahr 2027. Dadurch halbieren sich die erwarteten Dividendeneinnahmen aus diesem Projekt für das laufende Jahr.

Für die OMV-Aktionäre steht der nächste Fixpunkt bereits im Kalender. Auf der Hauptversammlung am 27. Mai stimmen sie über die vorgeschlagene Dividende für das Geschäftsjahr 2025 ab. Das Management plant eine Ausschüttung von 4,40 Euro je Aktie. Darin ist eine Sonderdividende enthalten.

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